"Bürgerversicherung ist untauglich"
Private erleichtern Beitritt in die Kasse

Die Gesundheitsprüfung vor Abschluss einer privaten Krankheitsvollversicherung soll fallen. Damit wollen die Privaten versuchen, mehr Menschen ins Kapitaldeckungssystem einzubeziehen.

HB BERLIN. Wer bisher schon privat versichert ist, soll zudem bei einem Versicherungswechsel einen kleinen Teil seiner angesammelten Altersrückstellungen „mitnehmen“ können. Dies sind die Eckpunkte eines Konzepts, das der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) am Donnerstag in Berlin vorlegte. Da es auch gesetzliche Änderungen erfordert, könnte es frühesten Anfang 2006 umgesetzt werden.

Der Verband will mit dem Vorstoß der Debatte um Einführung der Bürgerversicherung - die die Privatassekuranz fürchtet - die Spitze nehmen. Sowohl die von Rot-Grün geplante Bürgerversicherung als auch die von der CDU favorisierte Gesundheitsprämie seien „untauglich“, die Probleme einer immer älter werdenden Gesellschaft zu lösen, sagte PKV-Vorsitzender Reinhold Schulte. Sein Vorschlag ziele darauf, mehr Menschen ins Kapitaldeckungssystem einzubeziehen. Konkret soll jeder freiwillig in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) Versicherte bis zum 55. Lebensjahr jederzeit ohne Risikoprüfung das Recht erhalten, in einen Basisschutz der PKV zu wechseln. Vorerkrankungen, die bisher die PKV teurer machte, spielen dabei keine Rolle.

Der Basistarif deckt mindestens die Leistungen der gesetzlichen Kassen ab und enthält auch Altersrückstellungen. Die Beiträge für einen 33-jährigen Mann wurden mit 226 (gleichaltrige Frau: 279) Euro im Monat angegeben. Für einen 43-jährigen Mann würden 283 Euro (Frau: 312) Euro für eine Privatversicherung fällig. Im Krankheitsfall käme eine Selbstbeteiligung von bis zu 500 Euro im Jahr dazu.

In einer weiteren „Öffnungsaktion“ will die PKV auch den über 55- jährigen freiwillig GKV-Versicherten die Möglichkeit zum Wechsel bieten. Dies soll aber auf zwölf Monate befristet sein. „Damit kann jeder freiwillig Versicherte unabhängig von seinem Gesundheitszustand und ohne Altersbegrenzung frei entscheiden, wo er versichert sein möchte“, sagte Schulte. Wenn es „jemals“ ein Solidaritäts-Defizit zwischen Privatkassen und GKV gegeben haben sollte, „wird es mit unserem Vorschlag beseitigt“, meinte Schulte.

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