Bürgerversicherung und Gesundheitsprämie
Überblick: Mögliche Konzepte für eine Gesundheitsreform

Die Reform des Gesundheitssystems gilt als eine der größten Herausforderungen für die große Koalition. Den gesetzlichen Krankenkassen drohen in den nächsten zwei Jahren Ausfälle von 7 bis 10 Milliarden Euro - und damit nach nur dreijähriger Pause Beitragssatzerhöhungen auf breiter Front. Die Politik muss gegensteuern. Ein Überblick über mögliche Maßnahmen:

GESUNDHEITS-SOLI:

Die beitragsfreie Mitversicherung der Kinder bei den gesetzlichen Krankenkassen soll aus dem Steuertopf bezahlt werden. Dafür sind etwa 14 Milliarden Euro erforderlich. Im Gegenzug könnten die Kassenbeiträge von derzeit durchschnittlich 13,3 auf rund 12 Prozent sinken. Zur Finanzierung könnten Einnahmen aus der Mehrwertsteuererhöhung genutzt oder ein Zuschlag für alle Steuerzahler erhoben werden. Dieser „Gesundheits-Soli“ könnte bei ein bis zwei Prozent des Bruttoeinkommens liegen. Möglich ist aber auch ein Zuschlag auf die Einkommensteuer von drei Prozent.

FESTSCHREIBUNG DES ARBEITGEBERANTEILS:

Um die Arbeitskosten für mehr Beschäftigung zu senken, wird der Beitrag der Arbeitgeber beim derzeitigen Stand von etwa 6,5 Prozent festgeschrieben. Steigen die Gesundheitskosten und damit die Beiträge, bliebe das allein an den Versicherten hängen. Die Arbeitnehmer zahlen jetzt schon einen zusätzlichen Sonderbeitrag von 0,9 Prozent.

GESUNDHEITSPRÄMIE:

Erwogen wird eine zusätzliche Mini- „Gesundheitsprämie“ für einen Teil der Kassenausgaben, die auf alle Versicherten umgelegt wird. Damit wäre der Einstieg in die von der CDU angestrebte Gesundheitsprämie oder Kopfpauschale vollzogen.

BÜRGERVERSICHERUNG:

Das von der SPD favorisierte Konzept setzt darauf, Besserverdiener, Selbstständige sowie Beamte wie auch die privaten Krankenversicherungen (PKV) stärker an der Finanzierung zu beteiligen. Dabei könnten Altersrückstellungen der PKV angezapft werden. Auf Zins- und Dividendenerträge könnten Krankenkassen- Beiträge fällig werden - eine Art „Gesundheits-Vermögenssteuer“, um Kosten für medizinischen Fortschritt auszugleichen.

VERSICHERUNGSPFLICHTGRENZE:

Auch eine Erhöhung der Pflichtgrenze für die gesetzliche Krankenversicherung von monatlich derzeit 3937,50 Euro steht zur Diskussion: Der Wechsel zur Privatkasse wird damit erschwert. Privatpatient könnte nur noch werden, wer über der neuen, deutlich höheren Einkommensgrenze liegt. Dies wäre praktisch das Aus für die PKV, da sie damit schwerer an Neukunden käme. Eine Verständigung in der Koalition zeichnet sich ab, dass die Privatkassen frühere Versicherte, die aus wirtschaftlicher Not die Prämien nicht mehr zahlen konnten, wieder aufnehmen müssen.

STRUKTURREFORM:

Durch mehr Wettbewerb und Transparenz im Gesundheitswesen sollen unnötige Kosten reduziert werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%