Bullinger befürchtet ein Zurückfallen Deutschland.
Politik zu mehr Investitionen in der Forschung aufgefordert

Politik und Wirtschaft sind vom Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft, Hans-Jörg Bullinger, aufgefordert worden, mehr in Forschung und Entwicklung zu investieren. Andernfalls befürchtet er ein Zurückfallen Deutschlands im internationalen Vergleich.

HB MÜNCHEN. Deutschland müsse bei den Innovationen zulegen, wenn es nicht zurückfallen wolle, sagte Bullinger am Montag in München bei der Vorstellung des Vorjahresergebnisses. Demnach ist das Finanzvolumen der Forschungsgesellschaft um rund drei Prozent auf 1,038 Milliarden Euro zurückgegangen. „Dennoch sind wir mit dem schwierigen Jahr 2003 voll zufrieden“, sagte Bullinger. Finanzvorstand Alfred Gossner bekräftigte, 2004 wolle man wieder „zurück auf den Wachstumspfad“.

Bullinger kritisierte, die Innovations-Offensive des Bundeskanzlers und die Kürzung der öffentlichen Grund- und Projektfinanzierung der Fraunhofer-Gesellschaft passten nicht zusammen. So ging etwa die staatliche Projektfinanzierung um fast zehn Prozent auf 185 Millionen Euro zurück. Dieser Rückgang habe durch steigende Erträge aus der Wirtschaft nur teilweise kompensiert werden können - diese erhöhten sich um vier Prozent auf 287 Millionen Euro. „Es wird sich bald zeigen, wie ernst es der Regierung mit dem Ziel ist, die Forschungsausgaben bis 2010 auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern“, sagte der Fraunhofer-Präsident.

Auch die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung müssten verbessert werden, forderte Bullinger. Inner- und außeruniversitäre Forschung müssten besser verknüpft werden. Auch Studiengebühren dürften kein Tabu-Thema sein. „Wir werden um Studiengebühren nicht umhin kommen“, sagte Bullinger.

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