Bulmahn: Verhandele weiter
Unions-Blockade entsetzt Wissenschaftler

Bestürzt haben Hochschulen und Wissenschaft auf die erneute Blockade des Spitzen-Forschungsprogramms durch die Ministerpräsidenten der Union reagiert.

HB BERLIN. Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Ernst-Ludwig Winnacker, sagte: „Mir fehlt jedes Verständnis“. Während die Forschung in anderen Ländern Europas erstarke, herrsche in Deutschland „das Prinzip der Kirchturmpolitik.“ Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) kündigte an, sie werde weiter um das Programm kämpfen und sei auch zu neuen Gesprächen bereit. Dazu hätten sie namhafte Forscher ausdrücklich aufgefordert.

In einer gemeinsamen Erklärung der Allianz der sieben großen deutschen Wissenschaftsorganisation heißt es: „Wir haben kein Verständnis dafür, dass die unionsgeführten Länder sich immer noch nicht haben durchringen können“. Winnacker sagte, mit dem Veto werde nicht nur der Wissenschaft sondern auch dem Wirtschaftsstandort großer Schaden zugefügt.

Der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Karl Max Einhäupl, sagte im DeutschlandRadio Kultur, ohne Förderung von Eliteuniversitäten gerate Deutschland ins Hintertreffen. Es sei eine Illusion, dass alle Universitäten gleich sein könnten. Er wäre froh, wenn Deutschland wenigstens fünf Universitäten hätte, die weltweit unter den ersten fünfzig sind.

Bulmahn bezeichnete die von den Unions-Ministerpräsidenten am Vortag abgelehnte dritte Säule des Programms und den damit verbundenen Wettbewerb deutscher Universitäten um weltweites Forschungsrenommee als unverzichtbar. Dies sei gerade das „innovative Kernstück“ des Programms. Es könne nicht sein, „dass das, was die Wissenschaft will, einfach aus parteitaktischen Gründen weggeschoben wird.“ Bulmahn: „Das ist genau der Stillstand, der unserem Land so schadet.“

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