Bund der Steuerzahler
„Untätigkeit ist für Fiskus äußerst lukrativ"

Eigentlich könnten sie die geplante Steuersenkung als Erfolgsnachricht verbuchen: Doch der Steuerzahlerbund wirft der schwarz-gelben Regierung indes Untätigkeit vor. Präsident Karl Heinz Däke fordert Entlastungen bereits ab 2012.
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BerlinDer Bund der Steuerzahler wirft der schwarz-gelben Bundesregierung einen mangelnden Einsatz zur Entlastung der Bürger vor. Die zahlreichen Versprechen von Union und FDP seien gar nicht oder nur halbherzig umgesetzt worden, sagte Verbandspräsident Karl Heinz Däke am Dienstag in Berlin. Das Vorhaben der Regierung, Steuern und Sozialabgaben zum Jahresbeginn 2013 zu senken, komme zu spät.

Nach Berechnungen des Steuerzahlerbundes arbeiten Steuer- und Abgabenzahler in diesem Jahr erst ab Mittwoch wieder für den eigenen Geldbeutel. Der bis zum 6. Juli um 3.36 Uhr erwirtschaftete Lohn fließt hingegen über Steuern und Sozialabgaben komplett in die Staatskassen. Im vergangenen Jahr war der sogenannte Steuerzahlergedenktag zwei Tage früher. Grund für die nun um rund 0,3 Punkte auf 51 Prozent gestiegene Quote ist nach Worten von Däke die kalte Progression, also die Tatsache, dass Lohnzuwächse von einer höheren Steuerklasse aufgezehrt werden.

Die Regierung müsse daher schon ab 2012 die Einkommenssteuer reformieren und die heimlichen Steuererhöhungen beseitigen, forderte der Verbandspräsident. Sonst würden Steuerzahler weiter um einen Teil ihres Lohns betrogen. Däke kritisierte: „Untätigkeit ist für den Fiskus äußerst lukrativ.“ Und von der schwarz-gelben Regierung gebe es nur vage Ankündigungen von Entlastungen, die konkrete Entscheidung über die Art und den Umfang werde auf den Herbst verschoben.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bund der Steuerzahler: „Untätigkeit ist für Fiskus äußerst lukrativ""

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  • Das sagt man ihnen aber bewußt nciht. Wie so vieles. Das Volk wird dumm gehalten, dann läßt es sich besser regieren.
    War doch bei Honecker genau so.
    Das Volk hat die Klappe zu halten.
    "Das Volk braucht nicht zu konsumieren, das Volk aht zu produzieren" das sagte schon Stalin

  • Richtig! Eine Reduzierung der Abgabenlast durch Abschaffung der kalten Progression sind keine Steuersenkungen, sondern lediglich die Abschaffung heimlider Steuererhöhungen. Wenn das die Menschen verstehen, sind auch mehr für Steuersenkungen.

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