„Das wäre ein enormer zeitlicher Aufwand, die Empfänger alle anzuschreiben“, erklärte die BMF-Sprecherin. „Da wir die Datensätze nicht haben, hoffen wir auf die Unterstützung der Banken.“ Aber die lässt auf sich warten. „Ich kann nicht sagen, ob sich alle Institute sperren, aber im Augenblick bleibt die Unterstützung aus“, klagte die Sprecherin.
Unklar ist freilich, wer wem die Hilfe verweigert. Der FDP-Abgeordnete Schäffler stellt klar: „Die Kreditwirtschaft hat einen Anspruch auf die Unterstützung der öffentlichen Hand, die 50 Prozent aller Zahlungsvorgänge erledigt.“ Immerhin will der Bund es „im Laufe von 2008“ schaffen, auf Sepa-Überweisungen umzustellen. Für Länder und Kommunen wird der Termin später liegen, weil der Empfängerkreis größer ist.
Der Rentenservice der Deutschen Post, der für die Deutsche Rentenversicherung monatlich über 20 Millionen Renten überweist, hat etwa den gleichen Zeithorizont wie der Bund. Der Datenaustausch mit der Rentenversicherung beginne im November, sagte ein Sprecher. Ab dann könnten die Banken die Renteninformationen in dem neuen Sepa-Format haben.
Ein bisschen schneller dürfte die Bundesagentur für Arbeit sein. Sie überweist monatlich rund 3,5 Millionen Arbeitslosen Unterstützung. „Das Thema ist auf dem Radarschirm, aber nichts, was wir mit höchstem Zeitdruck betreiben“, sagte der Leiter der Pressestelle, John-Philip Hammersen. Die Nürnberger Behörde modernisiert derzeit ihre Buchhaltungs-Sofware. Im gleichen Schritt wird dann auf Sepa-Verfahren umgestellt. Das genaue Datum ist noch offen. Hammersen geht von „mindestens vier bis sechs Monaten“ aus.
Der Kreditwirtschaft sind die Nöte der öffentlichen Verwaltungen nicht verborgen geblieben. Um die Umstellung zu beschleunigen, wird in den Bankenverbänden jetzt darüber die nachgedacht, wie man die Überweisungsdaten in konzentrierter Form automatisch auf das Sepa-Format umstellen könnte.


