Bund profitiert
Bundesbank-Gewinn fällt wieder fetter aus

Die Deutsche Bundesbank hat nach drei mageren Jahren 2006 wieder einen ordentlichen Gewinn eingefahren. Den überweist sie nun an den Bundesfinanzminister, der davon seinen Haushalt mitfinanziert und Schulden aus Zeiten der deutschen Teilung abbaut.

HB FRANKFURT. Der Überschuss belief sich dank gestiegener Zinsen auf 4,2 Milliarden Euro - das ist der höchste Betrag seit 2002 mit 5,4 Milliarden Euro, wie die Bundesbank am Dienstag in Frankfurt mitteilte. In den Vorjahren waren die Gewinne niedriger ausgefallen: Für 2005 hatte die Bank 2,86 Milliarden Euro überwiesen nach 0,7 Milliarden im Jahr 2004.

„Der Gewinnanstieg ist vor allem auf das gestiegene Zinsniveau im Euro-Raum zurückzuführen“, sagte Bundesbank-Präsident Axel Weber. Die Bundesbank erzielt Gewinne aus dem Management der Währungsreserven und der Ausgabe von Banknoten. Positiv auf den Gewinn wirkte sich im vergangenen Jahr aus, dass die Dollar- und Euro-Anlagen der Notenbank wegen der gestiegenen Zinsen höhere Zinserträge abwarfen. Sie sind die wichtigste Quelle für den Bundesbankgewinn. Dieser Zuwachs glich die Verluste aus, die bei den Dollar-Reserven anfielen, weil der Dollar 2006 gegenüber dem Euro an Wert verlor.

Nach den Haushaltsregeln stehen vom Bundesbankgewinn eines Jahres 3,5 Milliarden Euro dem Bund zu. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat diese Summe für den Haushalt bereits eingeplant. Darüber hinausgehender Gewinn muss zum Abbau von Schulden der ehemaligen DDR verwendet werden, die im Erblastentilgungsfonds gesammelt sind. Den bisher höchsten Gewinn verzeichnete die Bundesbank 1997 mit 12,4 Milliarden Euro. Dollar-Schwäche und niedrige Zinsen hatten den Überschuss 2003 und 2004 auf weit unter eine Milliarde Euro gedrückt.

Der gesamte Nettoertrag für 2006 lag bei 5,6 Milliarden Euro. Der größte Ausgabeposten der Bundesbank, die Personalkosten, gingen auf 902 von 970 Millionen Euro zurück. Die Bundesbank begann nach der Euro-Bargeldeinführung eine Schrumpfkur mit massivem Personalabbau. In Vollzeitstellen gerechnet soll der Personalbestand nach bisherigen Plänen bis 2012 binnen zehn Jahren um fast 40 Prozent auf 9000 Arbeitsplätze gesunken sein.

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