Bund und Länder
Mehr Hilfe für überfüllte Hochschulen

Die Studentenzahlen steigen weiter. Erstmals haben Bund und Länder nun zugesichert, ihre Mittel für den Hochschulpakt aufzustocken. Doch nicht alle Länder haben ihre Hausaufgaben gemacht.
  • 1

BerlinAngesichts des anhaltenden Booms von Studienanfänger sind Bund und Länder bereit, mehr Geld in die überfüllten Hochschulen zu investieren. Das vereinbarten Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und die Wissenschaftsminister der Länder am Freitag in Berlin.

Einzelheiten über eine Aufstockung des gemeinsamen Hochschulpaktes für zusätzliche Studienplätze soll eine Arbeitsgruppe aushandeln. Dafür werden die Anmeldezahlen für das Wintersemester 2013/2014 abgewartet. Im vergangenem Jahr hatten sich fast 516.000 junge Menschen neu für ein Studium eingeschrieben - über 20 Prozent mehr als ursprünglich erwartet.

Schavan signalisierte die Bereitschaft des Bundes, in den kommenden zehn Jahren eine halbe Milliarde Euro zur Verbesserung der Lehrerausbildung zur Verfügung zu stellen. Das Geld soll im Wettbewerb an diejenigen 120 Hochschulen verteilt werden, die Lehrer ausbilden.

Bund und Länder hatten sich 2006 auf einen ersten Hochschulpakt verständigt, der die gemeinsame Finanzierung von 90.000 zusätzlichen Studienplätzen bis 2010 vorsah. Tatsächlich gab es aber in dieser Zeit 180.000 Neueinschreibungen.

Für die zweite Phase des Hochschulpaktes stellt der Bund zwischen 2011 und 2015 bis zu 4,9 Milliarden Euro zur Verfügung. Etwa die gleiche Summe soll nach der Vereinbarung auch von den Ländern aufgebracht werden. Eine Länder-Finanzübersicht, die der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegt, macht jedoch deutlich, dass in den vergangenen sechs Jahren nicht alle Länder ihre Ausgaben für die Hochschulen entsprechend den gestiegenen Anfängerzahlen gesteigert haben.

Schavan warnte: „Das zusätzliche Geld des Bundes darf an den Hochschulen nicht zu einer Senkung der Landeszuschüsse führen.“ Während nach der Übersicht die Länder ihre Hochschulausgaben zwischen 2005 und 2011 im Schnitt um über 20 Prozent steigerten, tut sich jedoch bundesweit ein erhebliches Gefälle auf. Die Stadtstaaten Berlin und Hamburg kommen danach nur auf Steigerungen von 8,8 und 9,4 Prozent. Bremen reduzierte seine Ausgaben sogar um 12,1 Prozent. Das Saarland legte nur um 2,3 Prozent zu. Auch Sachsen verzeichnet nur ein Plus von 9,8 Prozent, Thüringen von 8,6 Prozent.

Überdurchschnittliche Ausgabensteigerungen für die Hochschulen verzeichnen dagegen Hessen (41 Prozent) und Rheinland-Pfalz (33,6 Prozent). Nordrhein-Westfalen liegt bei 22,2 Prozent, Bayern bei 20,2 Prozent und Baden-Württemberg bei 19,1 Prozent.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bund und Länder: Mehr Hilfe für überfüllte Hochschulen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @..sind Bund und Länder bereit, mehr Geld in die überfüllten Hochschulen zu investieren.

    Endlich mal gute Nachrichten. Weniger unsinnige Subventionen, mehr Bildung. Nehmt das Geld von den solarbedachten besserverdienenden Eigenheimbesitzern, die können das nämlich auch selbst finanzieren, und steckt es in Schule und Hochschule. Umverteilung von teurer rückwärtsgewandter Träumerideologie in die Zukunft, die kaum besser als durch ein hohes Ausbildungsniveau gesichert werden kann. Bloße Umverteilung von reich nach arm macht am Ende alle ärmer.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%