Bundesagentur für Arbeit (BA)
Interesse an Qualifizierungs-Offensive steigt

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat bei ihrem umstrittenen Qualifizierungsprogramm für Un - und Angelernte sowie ältere Arbeitnehmer Boden gut gemacht. Die Wende hätten die 200 Weiterbildungsberater gebracht, die in den Betrieben für Qualifizierung werben, sagte BA-Vorstand Raimund Becker dem Handelsblatt. Im Herbst plant die Agentur gar eine Kampagne für lebenslanges Lernen.

BERLIN. Weiterbildung gilt als zentrales Instrument, um die Wirtschaft vor Fachkräftemangel und Arbeitnehmer vor Arbeitslosigkeit zu schützen. Die Bundesregierung will daher die niedrige Weiterbildungsquote der Deutschen von 43 Prozent bis 2015 auf 50 Prozent steigern und dazu neue Kredite und Prämien einführen. Das Engagement der Wirtschaft ist hier im EU-Vergleich nur mittelmäßig, zuletzt sanken die Ausgaben.

Die BA legte schon 2006 das Sonderprogramm "Wegebau" zur Weiterbildung für Geringqualifizierte und ältere Arbeitnehmer auf, obwohl das nicht zu ihren Kernaufgaben gehört. Es wurde aber kaum angenommen - statt 200 Millionen Euro flossen 2007 nur 61 Millionen ab.

"Dieses Jahr sind bis Ende Mai schon fast die Hälfte der Mittel verplant", sagte Becker dem Handelsblatt. Er erwartet, dass das Plan-Budget von 200 Millionen Euro zu 90 Prozent verbraucht wird.

Es gibt jedoch einen Wermutstropfen: "Zur Zeit stellen tendenziell eher größere Betriebe Geringqualifizierte für Schulungen frei. Kleinbetriebe, vor allem solche mit bis zu zehn Mitarbeitern, machen davon in geringerem Umfang Gebrauch", so Becker. "Die Chefs sind meist weniger bereit und in der Lage, Leute freizustellen."

Massiv gesteigert hat die Bundesagentur 2007 die Förderung der Weiterbildung für Arbeitslose - also das Kerngeschäft. Rund 200.000 Arbeitssuchende begannen eine Schulung, fast 40 Prozent mehr als 2006. Das Budget lag bei 633 Millionen Euro. Dieses Niveau will die BA trotz sinkender Arbeitslosigkeit auch 2008 halten.

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