Bundesagentur für Arbeit
Jeder Zweite erhält seit mehr als vier Jahren Hartz IV

Einmal Hartz IV – immer Hartz IV? Diesen Eindruck vermitteln jedenfalls jüngste Daten der Bundesagentur für Arbeit. Danach bezieht fast die Hälfte der Betroffenen die Grundsicherung mehr als vier Jahre.
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Nürnberg/BerlinJeder zweite Hartz-IV-Empfänger erhält nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) bereits seit vier Jahren Geld vom Jobcenter. Von den sechs Millionen Hartz-IV-Betroffenen seien im Jahr 2012 mehr als 2,8 Millionen oder 46,5 Prozent auf die sogenannte Grundsicherung angewiesen, berichtete BA-Sprecherin Anja Huth und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung (Freitag). Allerdings sei nur ein Teil davon arbeitslos, relativierte die Sprecherin den Zeitungsbericht. Die Zahl sage daher nicht unbedingt etwas über die Situation von Langzeitarbeitslosen in Deutschland aus.

Zu jenen, die über einen längeren Zeitraum Hartz IV bezögen, gehörten allein 300 000 alleinerziehende Frauen: Sie verzichteten von sich aus auf eine Jobvermittlung und bezögen drei Jahre lang Grundsicherung, um sich auf die Kindererziehung konzentrieren zu können, gab die BA-Sprecherin zu bedenken. Hinzukämen rund 1,2 Millionen sogenannte Aufstocker, die zwar einen Job hätten, davon aber nicht leben könnten. „Etliche von ihnen verdienen dabei gar nicht schlecht, erhalten aber wegen ihrer großen Familie ergänzend Hartz-IV“, erläutert BA-Sprecherin Huth.

Richtig sei, dass besonders häufig Kinder Hartz IV beziehen müssten. In der Altersgruppe der 7- bis 15-Jährigen seien bundesweit 56,1 Prozent schon seit mehr als vier Jahren auf Grundsicherungsleistungen angewiesen. „Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Kinder mit dem Hartz-IV-Bezug ihrer Eltern automatisch ebenfalls zu Hartz-IV-Empfängern werden“, erläuterte Huth. Trotzdem sehe die Bundesagentur diese Entwicklung mit Sorge.

Was die Situation von Langzeitarbeitslosen angehe, so hat sich nach BA-Einschätzung die Situation in den vergangenen Jahren spürbar verbessert. „Wir haben über 700 000 Langzeitarbeitslose weniger als 2007. Noch nie waren so wenige Menschen auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen wie im vergangenen Jahr“, erläuterte das für Hartz IV zuständige BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt. Wer Menschen, die schon länger arbeitslos waren, in Arbeit bringen wolle, brauche einen langen Atem. Es dauere oft Jahre, Menschen mit Schulden, Drogensucht oder einer Erkrankung für den Arbeitsmarkt fit zu machen. „Erfolge zeigen sich deshalb nicht unbedingt von heute auf morgen“, unterstrich Alt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • MUSS ÜBERSETZUNG NACHSCHICKEN . ich DENKE IM SINN und NICHT IN BUSCHSTABEN und auf kleinen Bildschirm ist Fenster , von Handelsblatt , zu Klein , um zu sehen Fehler , die DANN VERÖFFENTLICHT AUCH SEHE .:

    WIE ALT IST der TEXT und NUN BESTÄTIGT MIT SOGAR ALS URSACHE EINER WELTWIRTSCHAFSKRIESE WO alle VÖLKER NUN ÄRMER WERDEN GEZWUNGEN WERDEN ??? UND STARTSCHUSS HAT SCHRÖDER GEGEBEN , MIT HARTZ VI und GANZE Menschheit GEÄNDERT aber NICHT ZUM POSITIVEN :


    Frank

  • IE ALT IST der TEXT und NUN BESTÄDIGT MIT SOGAR ALS URSACHE EINER WELTWIRTSCHAFSKRIESE WO alle VÖLKER NUN ÄRMER WERDEN GETZEWUNGEN WERDEN ??? UND STARTSCHUS HAT SCHRÖDER GEGEBEN MIT HARTZ VI und GANZE Menschheit GEÄNDERT aber NICHT ZUM POSITIVEN :

    Menschen verhungern inzwischen und stürzen sich sogar in den Tod , um dem schleichenden Verfall zu entgehen . Sie haben keinen Mut und keine Hoffnung mehr ! Und die Tafeln Solche Einrichtungen ( ) lindern den Hunger , aber letztendlich unterstützen sie das System , weil sie es nicht verändern .
    Diese Einrichtungen stützen nicht das System . Sie zerstören den Sozialstaat . Sie helfen das bestehende System zu verändern . Die Initiatoren dieser "Armenspeisungen" arbeiten bewusst und mit Plan an der Abschaffung unseres Rechtsstaats . Da sie nicht mit Gewehren kommen und nur in kleinen andauernden Schlägen agieren , fallen sie in dieser Zeit der babylonischen Verwirrungen nicht auf . Erst wenn der Systemwandel vollzogen ist , wird den Menschen für kurze Zeit bewusst , was sie verloren haben . Dann sagen sie aber als "Realisten", sie hätten eh nichts tun können und ich weiss nicht ob nicht alles an RATTEN getestet ist


    Was mag nur mit einem Richter passieren , wenn dieser die Hartz IV Regelsätze kritisiert oder sogar als zu niedrig einstuft und den Menschen das zurück gibt , wofür diese ihr gesamtes Leben lang gearbeitet haben ? Er kann aber nur den Gesetzen folgen , die im VORGEGEBEN "


    Frank Frädrich

  • Das Schlimme ist, dass hier alles zusammengemischt wird.
    Bei den Hartz IV-Leuten sind ja logischerweise die mit drin, die vorher schon seit Jahren Sozialhilfe bezogen haben
    Die sog. Sozialhilfe-Dynastien, wie Buschkowski immer sagt.
    Die wollen zum Teil auch gar nicht raus, denn denen geht es in Hartz IV recht gut.
    Dazu kommen auch die vielen sog. Asylanten
    Schlimm ist es für die wirklich Arbeislosen, die heute nach einem Jahr Arbeitslosengeld in Hartz IV fallen. Weiol sie vielleicht 50 Jahre alt sind und niemand mehr sie will.
    Dann aber nach Zuwanderung geschrien wird, weil wir angeblich Fachkräftemangel haben
    Und genau das war der Zynismus von Schröder, normale Arbeitslose auf eine Stufe zu stellen mit den Sozialhilfe-Dynastien
    Somit ist diese ganze Studie auch nicht ganz in Ordnung.
    Allein die falsche Zuwanderug kostet unw ein Vermögen. M. W. so um die 80 Millarden

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