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20.11.2006 
Becker und Alt übernehmen mehr Verantwortung

Bundesagentur für Arbeit verteilt Aufgaben im Vorstand neu

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) soll eine neue Führungsstruktur erhalten. BA-Chef Frank-Jürgen Weise wolle die Verantwortung für einen Großteil des operativen Geschäfts seinen beiden Vorstandskollegen Raimund Becker und Heinrich Alt übertragen, sagte ein BA-Sprecher am Sonntag. Der Vorstandsumbau stehe im Zusammenhang mit den organisatorischen Umstrukturierungen der BA.

str BERLIN. Er wies zugleich Vorwürfe des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zurück, die BA habe die Vermittlung von Lehrstellensuchenden erschwert. Den Angaben der BA zufolge soll Becker künftig für das aus Beitragsmitteln finanzierte Arbeitslosengeld I zuständig sein. Alt übernimmt die Verantwortung für das steuerfinanzierte Arbeitslosengeld II und die Hartz-Reform. Weise selbst werde das Personalwesen sowie die Arbeitsmarktpolitik der Agentur steuern. Mit der neuen Struktur stärke Weise seine Position im BA-Vorstand und stutze den Einfluss der mächtigen Abteilungsleiter, denen künftig in jedem Vorstandsbereich ein Geschäftsführer übergeordnet werde. Zudem will Weise das Controlling sowie die Personal- und Finanzverwaltung der 178 Agenturen künftig in 45 Service-Centern bündeln. Mit dem Konzept spare die Behörde rund 600 Stellen ein, die in die Arbeitsvermittlung gelenkt werden sollten.

Der Vorstandsumbau stehe im Zusammenhang mit den organisatorischen Umstrukturierungen der BA, sagte der Sprecher der Agentur. Der neue Zuschnitt sei Gegenstand einer Vorstandsvorlage, über die der Verwaltungsrat noch nicht entschieden habe. Die Verträge von Weise und Alt waren vor einigen Wochen um jeweils fünf Jahre verlängert worden.

Der DIHK warf der BA vor, eine Computerpanne bei der Behörde habe mehreren tausend Jugendlichen die Lehrstellensuche erheblich erschwert. „Die Namen von bis zu 10 000 unvermittelten Lehrstellenbewerbern sind im Computersystem der Bundesagentur für Arbeit verschwunden und erst nach sechs Wochen wieder aufgetaucht“, sagte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun Ende vergangener Woche in Berlin.

Wegen dieser Panne hätten die Jugendlichen nicht an den Vermittlungsaktionen des DIHK teilnehmen können. Ihre Aussichten auf eine Lehrstelle seien daher gesunken, sagte Braun. Jugendliche, die an den Nachvermittlungsaktionen teilnähmen, hätten gute Chancen auf Ausbildung. Dieses Jahr habe dabei im Schnitt jedem Bewerber im Schnitt zwei Ausbildungsangebote erhalten. Den Jugendlichen allerdings, die im Computer der Bundesagentur vergessen worden seien, sei die Chance auf die Nachvermittlungsaktion verwehrt geblieben.

Die BA wies die Darstellung zurück. Zwar habe es wegen der Umstellung auf ein neues System eine Computerpanne gegeben. Allerdings sei die Zahl von 10 000 betroffenen Jugendlichen zu hoch gegriffen. Außerdem habe es „vielleicht eine Zeitverzögerung gegeben, jedoch keine wirkliche Benachteiligung“. Die Berufsberater vor Ort würden die unversorgten Lehrstellenbewerber kennen – unabhängig davon, ob diese von der Wirtschaft angeschrieben würden oder nicht. „Das sind insgesamt deutlich weniger als 20 Personen je Berater. Da bestehen persönliche Kontakte.“ Das Anschreiben sei daher nicht entscheidend.

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