Bundesagentur für Arbeit weiß wenig über Ein-Euro-Jobs
Clements Rechnung geht nicht auf

Die Hoffnung von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement, Hunderttausende neu geschaffener Ein-Euro-Jobs würden die Arbeitslosenstatistik entlasten, hat sich bislang nicht erfüllt. Die so genannten Ein-Euro-Zusatzjobs für Bezieher des Arbeitslosengeldes II haben im Februar nur in geringem Umfang die Arbeitslosenzahl gesenkt.

DÜSSELDORF. Nach der Statistik der Bundesagentur für Arbeit waren im vergangenen Monat rund 88 700 Bezieher des Arbeitslosengeldes II in Zusatzjobs beschäftigt. Die Agentur hält es allerdings für möglich, dass mehrere Tausend Ein-Euro-Jobber noch nicht erfasst sind. Das gilt vor allem für Zusatzjobs, die in jenen Kommunen geschaffen wurden, die die Arbeitslosengeld-II-Bezieher selbst betreuen.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement hatte für 2005 mit mindestens 600 000 Ein-Euro-Jobs gerechnet. Diese Zahl erscheint nach den Startschwierigkeiten der gemeinnützigen Arbeitsgelegenheiten mit einer Mehraufwandsentschädigung unerreichbar. Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, nennt Clements 600 000 Zusatzjobs eine reine Phantasiezahl. Vor April würden sich kaum verlässliche Zahlen nennen lassen. Im Bereich des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes könnten, so Schneider, im Laufe dieses Jahres 20 000 gemeinnützige zusätzliche Arbeitsgelegenheiten geschaffen werden.

Der Deutsche Städtetag rechnet für 2005 mit insgesamt 300 000 bis 400 000 Ein-Euro-Jobs, der Beigeordnete des Städte- und Gemeindebundes, Uwe Lübking, nennt schon die Zahl von 300 000 sehr ehrgeizig.

In der von der Bundesagentur für Arbeit ausgewiesenen Februar-Zahl von 88 700 Zusatzjobs sind 69 000 enthalten, die bereit im vergangenen Jahr im Rahmen der Initiative „Arbeitsmarkt im Aufbruch geschaffen wurden. Die Bundesagentur verweist darauf , dass Zusatzjobs für erwerbsfähige Hilfsbedürftige von den Arbeitsgemeinschaften oder Arbeitsagenturen in den Regionen immer nachrangig gegenüber der Vermittlung in Arbeit, Ausbildung, Qualifizierung und anderen Eingliederungsinstrumenten angeboten würden.

Seite 1:

Clements Rechnung geht nicht auf

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%