Bundesagrarminister warnt
Gemüse und Obst werden teuer

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt prophezeit einen Preisanstieg bei Lebensmitteln, weil der Mindestlohn die Personalkosten in die Höhe treibe. Eine Mindestlohn-Ausnahme für Saisonarbeiter sei nicht möglich.
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BerlinDen Verbrauchern in Deutschland droht nach Ansicht von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) wegen der Einführung des Mindestlohns für Saisonarbeiter ein Preisanstieg bei Lebensmitteln. „Bei einigen Gemüse- und Obstsorten sind Preiserhöhungen nicht auszuschließen, weil der Mindestlohn die Personalkosten in die Höhe treibt", sagte Schmidt der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstagsausgabe). Vor allem bei den Gurkenbauern sehe er Probleme.

Schmidt sieht nach eigenen Angaben keine Chance, dass für Saisonarbeiter noch Ausnahmen beim Mindestlohn eingeführt werden. Die Forderung der Bauern, Saisonarbeitern nur 80 Prozent des Mindestlohns zahlen zu müssen, habe er prüfen lassen.

Dagegen bestünden rechtliche Bedenken. „Aber es gibt auch noch andere Ansatzpunkte bei der kurzfristigen Beschäftigung von Erntehelfern und im Sozialversicherungsbereich", sagte der Minister – ohne jedoch Details zu nennen.

Schätzungen zufolge kommen derzeit jährlich etwa 270.000 ausländische Erntehelfer als Saisonarbeiter nach Deutschland, sie erhalten einen Stundenlohn von etwa 6,50 Euro die Stunde. Der gesetzliche Mindestlohn soll ab kommenden Jahr gelten und 8,50 Euro pro Stunde betragen.

Ausnahmen in einzelnen Branchen sollen bis Ende 2016 erlaubt bleiben, wenn Tarifverträge dort eine niedrigere Entlohnung vorsehen. Mit Blick auf diese Regelung appellierte Schmidt an die Tarifparteien in der Landwirtschaft, entsprechende Vereinbarungen zu treffen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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