Bundesamt für Migration
EU- Flüchtlingszentren in Nordafrika gefordert

Manfred Schmidt, Präsident des Bundesamtes für Migration, fordert die Errichtung von EU-Flüchtlingszentren in Nordafrika. Er will so weitere Todesfälle im Mittelmeer verhindern.
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NürnbergDer Präsident des Bundesamtes für Migration, Manfred Schmidt, hat sich für Flüchtlingszentren der Europäischen Union in Nordafrika ausgesprochen. Das könnte aus seiner Sicht weitere Flüchtlingsdramen mit Toten im Mittelmeer verhindern helfen.

Es müssten Modelle gefunden werden, die Schutzsuchenden die lebensgefährliche Flucht über das Mittelmeer ersparten, sagte Schmidt der Deutschen Presse-Agentur. Allein in diesem Jahr seien etwa 3500 Menschen bei der Flucht von Nordafrika nach Europa gestorben.

„Wir müssen uns zum einen etwas einfallen lassen, wie wir zusammen mit den Herkunfts- und Transitländern Schleusern das Geschäftsmodell verderben. Auf der anderen Seite müssen wir es den Flüchtlingen ermöglichen, Schutz zu bekommen, bevor sie in der Wüste verdurstet oder im Mittelmeer ertrunken sind“, sagte der Behördenchef.

„Eine Möglichkeit wäre, vor die Schleuser zu kommen.“ Aufnahmezentren der EU könnten etwa auf exterritorialem Gelände im Maghreb entstehen. „Da gibt es aber noch viele offene Fragen“, räumte Schmidt ein.

Schmidt wies Vorwürfe einzelner deutscher Politiker zurück, Italien habe Flüchtlinge ungehindert nach Deutschland weiterreisen lassen, anstatt ihre Asylanträge zu bearbeiten. Vielmehr seien die italienischen Behörden angesichts der hohen Zahl von Flüchtlingen in diesem Jahr häufig mit der Registrierung überfordert gewesen.

Zudem hätten Schlepper vielen Flüchtlingen geraten, sich auf keinen Fall in Italien registrieren zu lassen, weil ihnen damit die Weiterreise nach Deutschland versperrt sei. Manche hätten daher gleich nach ihrer Ankunft den Weg nach Deutschland gesucht, um erst dort Asyl zu beantragen. „Ich kann aber auch nicht ausschließen, dass die italienischen Behörden die Weiterwanderung von Flüchtlingen nicht offensiv genug verhindert haben“, sagte Schmidt.

Inzwischen hätten die italienischen Behörden die Registrierung von Asylsuchenden, die per Boot aus Nordafrika nach Europa flüchten, deutlich verstärkt. Seit rund drei Monaten würden 80 Prozent der in Italien eintreffenden Asylbewerber behördlich erfasst, sagte Schmidt.

„Von 160 000 Seelandungen von Asylbewerbern in Italien bis Ende Oktober haben rund 43 000 einen Asylantrag gestellt“, sagte Schmidt. Sie könnten damit nicht mehr ohne weiteres in andere europäische Länder weiterreisen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bundesamt für Migration: EU- Flüchtlingszentren in Nordafrika gefordert"

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  • Der Gedankengang von Herrn Schmidt ist anrüchig. Was aber nicht anrüchig wäre, wäre unsere Politiker nach Afrika zu schicken, damit sie vor Ort arbeiten könnten. Das würde Volksnähe bescheren und gewiss nicht negtiv auf ihre Arbeitsleistungen sich auswirken.

    Das mag für Politiker etwas eigenartig klingen, aber sie sollten dabei die Kaufkraftsteigerung ihrer Diäten und Pensionen, nicht zuletzt Ihre Ersparnisse bei den Heizkosten beachten.

    Der Vorschlag wäre zwar für uns Bürger schmerzlich, aber ich denke, dass wir diesen Schmerz überleben würden. Betrachten wir die abendlichen Bilder im Fernsehen, wäre der Bundestag mit neuen Politikern auszustatten und 9 bis 12 Abgeordnete anzuheuern.

    Was eine Ersatzregierung angeht, kämen wir mit 1 Person aus. Frau Merkel formuliert bereits heute "da habe ich einmal nachgedacht und entschieden". Ob wir dann letztlich weiterhin bei einer Diktatur bleiben wollen, dass sollte noch einmal erruiert werden.

  • EU- Flüchtlingszentren in Nordafrika gefordert

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    EU- Flüchtlingszentren in Nordafrika gefordert

    DIESE " EU " KANN NICHT VIEL.

    Diese " EU " ist Politisch und Wirtschaftlich =SCHANDE

    Diese " EU " bringt das europäischen Kontinent noch in einem Bürgerkrieg !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Und nun " EU " lerne dazu :

    Migrationsflüsse kann man nur mit Migrationsflüsse entgegen steuern.

    Das heißt :

    Anstatt wie früher an Nordafrikanische Machthaber...

    HOHE GELDSUMMEN AUS DER EU ZU BEZAHLEN...

    damit dort die Flüchtlinge abgefangen wurden die nach Europa wollten...

    heute diese Gelder in die Hand nehmen und in Fabriken

    in AFRIKA investieren...

    Fabriken die ebenso oder noch billiger WARE herstellen die wir etwa momentan aus CHINA importieren.

    Dafür muss aber europäische Führungskräfte ...

    sei zeitlich begrenzt auch nach AFRIKA AUSWANDERN...

    um dort nichts dem Zufall zu überlassen.

    AFRIKA importiert ebenso die billig WARE aus CHINA...

    dass dann in Zukunft in AFRIKA hergestellt werden könnte...und billigere Transportkosten durch die nähe von Afrika zu Europa für die EU bedeutet.

    Warum also die Afrikaner nicht am Heimat Boden mit KLEIN-INDUSTRIE unterstützen...

    und dabei billiger sogar weg kommen...

    als Migranten in Gesamt-Europa dann an die EU mehr kosten wenn diese in Europa angekommen sind...

    falls mancher davon bei gefährliche Überfahrten nicht sogar das eigener leben dabei verliert.

    GLOBALISIERUNG BEGINNT MIT MENSCHENRECHTE !!!!!!!!!!!!

    Nicht Menschen wie Aussässige behandeln...

    sondern Menschen unterstützen ...durch ARBEIT !!!

    AFRIKA ist kein Kontinent dass man ausgrenzt...

    AFRIKA MUSS MAN RESPEKTIEREN...UNTERSTÜTZEN...

    da sonst sich die " EU " von WELTWIRTSCHAFT AUSGRENZT.

    CHINA handelt dann alleine in AFRIKA,
    bekommt die SELTENE ERDEN dass CHINA ALLEINE DANN VERARBEITEN WILL...und schon ist der Rest der Welt in der Zukunft auch DRITTLÄNDER !!!

    kapiert " EU " ? Dann mach endlich !!!







  • „....die Schutzsuchenden die lebensgefährliche Flucht über das Mittelmeer ersparten,...“

    So etwas ähnliches gab es doch schon und hat bei den deutschen Gutmenschen für Entrüstung gesorgt, weil der böse Diktator Gaddafi diese Auffanglager betrieb. Der mußte ja unbedingt und auf Geheiß der USA, beseitigt werden, denn sonst wäre das US-Kalkül, Europa mit Flüchtlingen aus dem islamischen Raum zu ersäufen, nicht aufgegangen. Zur Sicherheit wurde dann noch das Faß in Syrien weiter geöffnet. Und wie man sieht, es funktioniert im Sinne der USA. Wer die Flüchtlingsströme aus Afrika und Nahost stoppen will, muß vor Ort für Frieden und Bildung sorgen, damit sich daraus auch ein Wohlstand bildet. Daran sind die USA aber nicht interessiert und die EU-Kraten laufen denen weiterhin blind und taub hinterher.

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