Bundesamts für Migration und Flüchtlinge
Neue Asylverfahren dauern im Schnitt 1,4 Monate

Das Bamf benötigte zum Jahresanfang für die Bearbeitung eines Asylantrags noch mehr als zehn Monate. Nun konnte die Dauer auf 1,4 Monate reduziert werden. Doch das vermeintlich schnelle Vorgehen täuscht.
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BerlinDie Bearbeitungsdauer für neu gestellte Asylanträge liegt derzeit im Schnitt bei 1,4 Monaten. Das sagte die Präsidentin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Jutta Cordt, am Dienstag bei einem Symposium zum Flüchtlingsschutz in Berlin. Sie räumte aber ein, insgesamt sei die durchschnittliche Verfahrensdauer deutlich höher und steige momentan noch. Das liege an der Abarbeitung komplexer Altfälle. Die Gesamtdauer nannte Cordt nicht.

Die durchschnittliche Bearbeitungszeit steigt seit längerem. Im ersten Quartal des laufenden Jahres brauchte das Bamf für die Bearbeitung eines Asylantrags insgesamt durchschnittlich 10,4 Monate. Im vierten Quartal 2016 hatte die Zahl noch bei 8,1 Monaten gelegen, im gesamten vergangenen Jahr sogar bei 7,1 Monaten. Und im Jahr zuvor waren es nur 5,2 Monate gewesen. Überdurchschnittlich lange hatten im ersten Quartal 2017 beispielsweise Menschen aus Guinea (16,1 Monate), Russland (15,2 Monate), Somalia (14,9 Monate) und Nigeria (14,4 Monate) auf ihren Asylbescheid gewartet.

Hintergrund für die lange Dauer ist die große Zahl an Asylverfahren, die sich über längere Zeit angestaut haben. Das Bundesamt war mit gut 430 000 anhängigen Verfahren ins Jahr 2017 gestartet. Inzwischen liegt die Zahl bei 165 000. Cordt sagte, 116 000 Verfahren davon stammten noch aus 2016 oder der Zeit davor. Ziel sei es, diese Altverfahren möglichst schnell abzuarbeiten. Dieser Abbau kommt allerdings langsamer voran als ursprünglich geplant. Das BAMF hatte den angepeilten Termin dafür bereits mehrfach verschoben.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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