Bundesanwalt ermittelt
Terrorverdacht gegen Frankfurter Schützen

Der Todesschütze vom Frankfurter Flughafen soll Kontakt zu Islamisten gehabt haben. Damit ist der Anschlag ein Fall für die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe geworden.
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Frankfurt/KarlsruheDer Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen nach dem Anschlag auf US-Soldaten am Frankfurter Flughafen übernommen. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Donnerstag mit. Nach Informationen aus Ermittlerkreisen soll der 21 Jahre alte Todesschütze, der am Mittwoch zwei Menschen erschossen hatte, Kontakt zu Islamisten gehabt haben.  „Die Hinweise verdichten sich“, hieß es am Donnerstag in Ermittlungskreisen.

In seiner Heimat ist der Kosovo-Albaner nicht als Terrorist bekannt. „Nachdem uns die deutschen Behörden den Namen des Verdächtigen genannt hatten, haben wir ihn überprüft, aber er steht nicht in unserem Anti-Terror-Register“, zitierten Medien am Donnerstag in Pristina Polizeisprecher Brahim Sadria. Der Name des Täters wurde übereinstimmend mit Arid U. angegeben, der am 8. Februar 1990 in einem Dorf am Stadtrand von Mitrovica im Norden Kosovos geboren worden sei. Große Teile seiner Familie seien „schon vor vielen Jahren“ nach Deutschland ausgewandert. Sie könnten daher nicht als Flüchtlinge bezeichnet werden.

Die Zeitungen titelten übereinstimmend, U. habe dem ohnehin angeschlagenen internationalen Image Kosovos sehr geschadet. Im Zentrum Mitrovicas hatten am Mittwochabend hunderte Bürger mit brennenden Kerzen ihr Mitgefühl mit den Angehörigen der getöteten und verletzten Soldaten ausgedrückt.

Arid U. soll nach Medien-Informationen auch im Netzwerk Facebook im Internet unter einem Pseudonym aktiv gewesen sein. Es fänden sich Kontakte zu mehreren islamischen Predigern, die als radikal eingestuft würden, berichtete „hr-online“.

Nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ soll der Todesschütze seinen Anschlag auf den US-Militärbus präzise vorbereitet haben. Spekulationen, nach denen er vor dem Blutbad auf Arabisch „Gott ist groß“ gerufen haben soll, bestätigte die Polizei nicht.

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