Bundesaußenminister hält Wahlen im Herbst für realistisch
Fischer besucht Afghanistan

Bei seinem Besuch im nordafghanischen Kundus hat Bundesaußenminister Joschka Fischer Afghanistan die weitere Unterstützung Deutschlands zugesichert. Er wurde in Kundus vom Armeechef der Provinz, General Mohammad Daud, begrüßt.

HB KUNDUS. „Wir stehen zu unseren Verpflichtungen“, betonte der Bundesaußenminister am Dienstag. Fischer bedankte sich bei der afghanischen Seite für die gute Zusammenarbeit mit dem in Kundus stationierten deutschen Wiederaufbauteam aus zivilen Helfern und rund 230 Bundeswehrsoldaten. Daud sagte, die Deutschen würden überall in der Region freundlich aufgenommen.

Fischer will am Dienstagmittag weiter in die Hauptstadt Kabul zu Gesprächen mit Präsident Hamid Karsai und dem UN-Sonderbeauftragten Jean Arnault fliegen. Außerdem nimmt Fischer an einer Feier zum 80-jährigen Bestehen der seit 1924 von Deutschland geförderten Amani-Schule teil.

Drei Wochen nach der internationalen Afghanistan-Konferenz in Berlin steht die Vorbereitung der für September geplanten ersten freien Wahlen in Afghanistan im Mittelpunkt der Gespräche Fischers. Fischer rechnet nicht mit einer Verschiebung der Wahlen. „Wir gehen davon aus, dass die Wahlen stattfinden werden“, sagte Fischer am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. In manchen Landesteilen könne es durchaus noch Probleme geben, „aber im größten Teil des Landes müsste das zu organisieren sein“. Mit Präsident Hamid Karsai will Fischer neben den Wahlen auch das Thema Drogenanbau besprechen. „Wichtig ist dabei, dass die afghanische Polizei aufgebaut wird.“ Außerdem müssten ökonomische Alternativen für die Bauern aufgebaut werden. „All das erfordert Zeit, das erfordert Geduld, aber auch ein zielorientiertes Handeln.“

Nach einer Übernachtung in Kabul reist der Minister am Mittwoch weiter nach Aserbaidschan. Bis zum Freitag will Fischer auch die anderen südkaukasischen GUS-Republiken, Armenien und Georgien, besuchen.

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