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Bundesbank-Chef Weber: Regulierer sollen Zügel anziehen

Bundesbank-Chef Axel Weber verschärft den Streit zwischen Aufsicht und Banken: Das Eigenkapital der Institute sei nach wie vor zu gering, regulatorische Eingriffe könnten die Folge sein.

Bundesbankpräsident Weber: Eigenkapital noch immer zu gering. Quelle: dpa
Bundesbankpräsident Weber: Eigenkapital noch immer zu gering. Quelle: dpa

HB FRANKFURT. Bundesbank-Chef Axel Weber kritisiert die Banken für ihr nach wie vor geringes Eigenkapital und verschärft damit den Streit zwischen der Bankenaufsicht und den Instituten. "Den Kreditinstituten müsste klar sein, dass die zuletzt so reichlich geflossenen Erträge jetzt sofort und massiv zur Kapitalstärkung der Bilanzen verwendet werden müssen", sagte Weber der "Börsen-Zeitung". Wenn bei den Banken keine Bereitschaft zu erkennen sei, mit den teils auf das günstigere Kapitalmarktumfeld zurückgehenden Gewinnen das Eigenkapital zu stärken, könnte dies weitergehende regulatorische Eingriffe erforderlich machen.

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Falls die Banken die derzeit günstige Ertragslage nicht nutzen, um Kapital zu bilden, müssten die Regulierer die Zügel weiter anziehen. Bereits jetzt sei klar, dass die Eigenkapitalanforderungen in Zukunft steigen werden. "Mein Eindruck ist allerdings, dass die Banken noch nicht richtig verstanden haben, was für erhebliche zusätzliche Kapitalanforderungen auf sie zukommen werden", sagte Weber.

Der Chef der Bundesbank, die hierzulande gemeinsam mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) für die Bankenaufsicht zuständig ist, hat kein Verständnis dafür, dass die Banken bei der Einführung der neuen Regeln längere Übergangsfristen verlangen. "Es ist vollkommen inkonsistent, Schonfristen und Übergangsregelungen zu fordern, aber sich nicht darum zu bemühen, die Bilanzen aus eigener Kraft robuster zu machen."

Die Bankbranche stand zuletzt im Mittelpunkt der öffentlichen Kritik, da einige Institute wie die US-Investmentbank Goldman Sachs oder die Deutsche Bank wegen des günstigen Kapitalmarktumfelds zuletzt wieder Milliardengewinne erzielten und ihre Investmentbanker mit hohen Bonuszahlungen entlohnten. Die führenden Industrienationen hatten sich im vergangenen Jahr darauf geeinigt, die Kapitalanforderungen an Banken deutlich hochzuschrauben, um eine erneute Finanzkrise zu vermeiden.

Einen konkreten Zeitplan für die Einführung der neuen Regeln gibt es allerdings noch nicht. Vertreter der Bankenbranche wehren sich zudem gegen zu straffe Regeln und warnen vor einer Kreditklemme bei zu strengen Regeln. Größtes Problem bei den neuen Regeln ist, einheitliche Vorgaben für alle Institute zu finden. Durch die Bankenlandschaft geht infolge der Finanzkrise ein tiefer Riss zwischen erfolgreichen Banken wie Goldman Sachs und der Deutschen Bank und den weiter darbenden Häusern wie die Commerzbank oder die einstigen Branchengrößen Royal Bank of Scotland und Citigroup.

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