Bundesbank
Deutscher Schuldenberg schrumpft 2013 spürbar

Laut einer Prognose der Bundesbank kann Deutschland seine Schulden im Jahr 2013 deutlich reduzieren – trotz schwachem Wirtschaftswachstum. Auch für die kommenden Jahre sehen die Experten gute Aussichten.
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BerlinTrotz eines schwachen Wirtschaftswachstums kann der deutsche Staat nach Prognose der Bundesbank seinen Schuldenberg abbauen. 2012 war die Schuldenquote noch auf rund 82 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) gestiegen. „Aus heutiger Sicht geht sie im laufenden Jahr aber spürbar zurück“, schrieb die Bundesbank in ihrem am Dienstag veröffentlichten Monatsbericht. Ein Grund dafür sei, „dass bei den staatlichen Bad Banks per saldo Verbindlichkeiten getilgt werden“. Dies wiege schwerer als die Milliardenkosten für die Rettung angeschlagener Euro-Staaten.

Der Bund trägt als Eigentümer das Risiko für Verluste der verstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE), deren toxische Wertpapiere und Kredite in die Bad Bank FMS Wertmanagement ausgelagert wurden. Das FMS-Portfolio schrumpfte 2012 um 15 Prozent auf 137 Milliarden Euro. Auch beim WestLB -Pendant EAA ging es deutlich zurück.

Experten gehen davon aus, dass dieser Trend anhält und der Schuldenberg des Staates damit auf Jahre hinaus auf dem Papier kleiner wird. „Die Bilanzsummen der Abwicklungsanstalten werden über ihre Laufzeit von maximal 20 Jahren kontinuierlich abschmelzen“, heißt es in einer Studie von Banken-Professor Mark Wahrenburg von der Universität Frankfurt. "Damit einhergehen wird ein automatischer Rückgang der staatlich ausgewiesenen Schuldenquote.

2012 hatte der Gesamthaushalt von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung erstmals seit 2007 wieder einen kleinen Überschuss ausgewiesen. In diesem Jahr dürfte allerdings wieder ein "leichtes Defizit" herauskommen. "Die Verschlechterung resultiert im Wesentlichen daraus, dass sich der im Vorjahr noch positive Konjunktureinfluss nunmehr zurückbildet", erklärte die Bundesbank. Die Commerzbank erwartet nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent, nachdem es 2012 noch 0,7 Prozent waren.

In ihrem im April aktualisierten Stabilitätsprogramm für die EU-Kommission geht die Bundesregierung für 2013 von einer Schuldenstandsquote von 80,5 Prozent aus, die 2014 auf 77,5 Prozent sinken dürfte. Über 75 Prozent im Jahre 2015 und 71,5 Prozent in 2016 soll letztlich ein Stand von 69 Prozent 2017 erreicht werden. Das ist allerdings immer noch höher als die im Euro-Stabilitätspakt vereinbarte Obergrenze von 60 Prozent des BIP.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Achtung!

    Fredi, oder wie er sonst noch heißen mag, ist ein cle-
    verer Zutreiber für die AfD!

    Er spielt den absoluten (linken) System-Kotzbrocken, um
    für alle, die auf dem Absprung sind und Alternativen zu
    den etablierten Parteien suchen, indirekt und unter-
    schwellig die AfD "akzeptabel" zu machen.

    Wer so neurotisch und einseitig auf die AfD eindrischt,
    erreicht eine Solidarisierungswelle für das "Opfer"
    AfD!

    Also, alle Fredi-Beißer, schließt ihn in die Arme und
    in's Abendgebet ein!

  • hellboy:
    Dann wählen Sie doch den Kommunisten Trittin.

  • @Fredi

    Fredi, der Anti-Steinzeitkapitalist, der nicht sagen kann was Steinzeitkapitalismus überhaupt sein soll. Ihr immer gleiches und verlogenes Rumgehacke auf Herrn Lucke und Herrn Henkel verfängt nicht mehr. Sie werden diesen Personen nie das Wasser reichen können, auch nicht in 100 Jahren. Herr Henkel ist engagiert bei Amnesty, war sogar Gründungsmitglied. Was haben Sie bis jetzt für die Allgemeinheit geleistet?

    Ist es der Neid der Sie zerfrisst? Bei der negativen Haltung die aus Ihren Kommentaren spricht, kann man froh sein, wenn Sie nie in eine verantwortliche berufliche Position kommen. Ist aber sicher auch nicht Ihr Ding.

    Wie wäre es mit einer Verbesserung Ihrer Rechtschreibung? Schauen Sie sich zudem inhaltlich Ihren letzten Satz an.

    Aber ganz davon abgesehen, ob die Piraten oder die Linken Ihrer Meinung nach nach vorne schauen, hat sich Lafontaine bezüglich der Europolitik bereits der AfD angenähert. Zu dumm. Und die Piraten werden höchstwahrscheinlich am Wahlabend zusehen wie Ihr Schiff weit entfernt vom Ufer untergeht. Damit werden Sie sich vorerst vom bedingungslosen Grundeinkommen verabschieden müssen.

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