Bundesbank lehnt Goldverkauf ab
Eichel ermuntert Bundesbank zum Verkauf von Gold

Weil die Bundesbank weniger Gewinn als erhofft an den Bundeshaushalt ausschütten könnte, plädiert Finanzminister Eichel für den Verkauf von Gold. Die Notenbank lehnt das aber ab.

HB BERLIN. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) ermuntert die Bundesbank zum Verkauf von Goldreserven, will das aber nicht als politischen Druck verstanden wissen. «Wir sollten bedenken: Gold bringt keine Zinsen, das Geld aus dem verkauften Gold sehr wohl», sagte der Minister der «Bild am Sonntag» (BamS). «Die Bundesbank darf 120 Tonnen Gold verkaufen, das bringt eine Milliarde Euro», stellte er fest.

Allerdings will er die Bundesbank damit nicht unter Druck setzen: «Niemand drängt hier niemanden», sagte Eichel der «BamS». «Das ist die alleinige Entscheidung der Bundesbank.» Er sei aber gespannt, wie die Bundesbank sich verhalte.

Dennoch übte Eichel Kritik an der Führung der Bundesbank. Weil der starke Eurokurs den Bundesbankgewinn schmälern könnte, stellte er fest: «Natürlich wird es schwieriger für den Bund, wenn die Bundesbank nicht wie in der Vergangenheit ihre Gewinne erwirtschaftet.»

Das Problem ausbleibender Zuflüsse aus Bundesbankgewinnen habe er schließlich zu lösen. «Wenn einen dann auch noch die Bundesbank kritisiert, irritiert das einen schon», mahnte er. Er wünsche sich mehr Zurückhaltung der Bundesbank bezüglich seiner Finanzpolitik.

Im laufenden Jahr dürfte aus einem möglichen Verkauf aber nichts mehr werden. Wie die «Welt am Sonntag» (WamS) am Sonnabend vorab berichtete, sei Notenbank-Chef Axel Weber mit einem geplanten Verkauf von Gold im Bundesbank-Vorstand gescheitert. Sechs der acht Vorstände haben sich der «WamS» zufolge wegen grundsätzlicher Bedenken gegen eine Veräußerung des Edelmetalls ausgesprochen. Der Gewinn der Bundesbank fließt zum Teil in den Bundeshaushalt.

Über den Verkauf von Gold wurde in den vergangenen Monaten des öfteren spekuliert. Die Bundesregierung hatte mehrfach einen möglichen Verkauf von Goldreserven ins Spiel gebracht, um mit dem Erlös die Kreditaufnahme zu senken oder Forschungs- und Bildungsaufgaben zu finanzieren.

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