
DüsseldorfDer Ort, an dem Jens Weidmann an diesem Abend spricht, war zuletzt kein gutes Pflaster für einen Bundesbankpräsidenten. Jedenfalls war sein Vorgänger Axel Weber, kurz nachdem er als Gastredner bei der Akademie der Wissenschaften und Künste in Düsseldorf auftrat, zurückgetreten. Doch Weidmann wirkt nicht so, als wolle er es Weber gleichtun. Er will im Amt bleiben, das hat er zuletzt mehrfach deutlich gemacht. Im Rat der Europäischen Zentralbank ist er der wichtigste Gegenspieler von Zentralbank-Chef Mario Draghi, dessen Krisenpolitik er rundherum ablehnt: Weidmann ist gegen den Ankauf weiterer Staatsanleihen, gegen die Ansiedlung der Bankenüberwachung bei der EZB, und gegen die Vergemeinschaftung bestehender Bankschulden.
In der Öffentlichkeit, vor allem in der deutschen, ist er mit seinem Dagegensein inzwischen zum Helden all derer geworden, die Bauchschmerzen haben, wenn sie die Rettungspolitik verfolgen. Viele von ihnen sind heute Abend hier. Doch Weidmann scheint sein Heldenstatus unheimlich zu sein. Es erfülle ihn mit Sorge, sehen zu müssen, wie viel öffentliches Interesse es inzwischen an einem eigentlich öden Notenbanker gebe, sagt er in Düsseldorf vor einem übervollen Auditorium.
Beim Rettungsfonds EFSM stehen 60 Milliarden Euro zu Buche. Der deutsche Anteil beträgt dabei 12 Milliarden Euro.
Griechenland erhielt durch das erste Rettungspaket 110 Milliarden Euro, 24 Milliarden davon kamen aus Deutschland.
Nach Schätzung der Citigroup müsste der von der EU-Kommission geforderte Einlagensicherungsfonds ein Volumen von 197 Milliarden Euro haben. Der deutsche Anteil läge dann bei bis zu 55 Milliarden Euro.
Die Europäische Zentralbank hat Staatsanleihen für 209 Milliarden Euro eingekauft. Der Bund ist daran mit 57 Milliarden Euro, also mehr als einem Viertel, beteiligt.
Der Internationale Währungsfonds zahlte 250 Milliarden Euro für die Rettungspakete. Deutschland gab dafür 15 Milliarden.
Der dauerhafte Rettungsschirm soll ein Volumen von 700 Milliarden Euro haben. Deutschland wäre daran mit 190 Milliarden Euro beteiligt.
Der Rettungsfonds bürgt mit 780 Milliarden, Deutschland allein mit 253 Milliarden Euro.
Die Target-Verbindlichkeiten liegen innerhalb des EZB-Verrechnungssystem bei 818 Milliarden Euro. Der deutsche Anteil daran beträgt 349 Milliarden Euro.
Der 44-Jährige Ökonom will sein Neinsager-Image loswerden und dennoch keinen Zentimeter von seiner Positionen abrücken, dass man sich auch in Krisen an bestehende Regeln zu halten hat. Damit steht er vor einem Dilemma, das er löst, indem er seine Anklagen so verklausuliert, dass sie oberflächlich weich wirken, aber zwischen den Zeilen hart. Direkte Kritik an seinen Widersachern vermeidet er, keinen von ihnen nennt er mit Namen.
Auch hält er sich nicht mit dem krisenpolitischen Tagesgeschäft auf. Stattdessen entwirft der Bundesbankpräsident in seiner Rede lieber Leitlinien für eine künftige, krisenfeste Architektur Europas. „Entscheidend ist, dass man nicht Elemente mit starker Haftungsgsvergemeinschaftung mit Elementen schwacher Durchgriffsrechte und Kontrolle zusammenfügt“, sagt Weidmann. Soll heißen: Wenn die Staaten gemeinsam für ihre Fehler haften, dann nur, wenn sie Teile ihrer haushaltspolitische Souveränität an einen zentralen europäischen Kontrolleur abgegeben, der ihnen im Zweifel reinregieren darf. Die Alternative wäre der Weg zurück: Souveräne Staaten, aber keine gemeinsame Haftung.

Wir bräuchten noch viel mehr kluge und einflussreiche Menschen mit Rückgrat und klaren Worten ... mehr Menschen mit alternativen und realistischen Vorschlägen ... mehr Menschen, die mutig handeln! Respekt, Herr Weidmann!

Lieber Herr Weidmann,
bitte bleiben Sie bei Ihrem Nein !!!
Es muss Nein-Sager geben, da, wo ein Nein angesagt ist. Machen Sie bitte weiter so und bleiben Sie standhaft!
Der Großteil der denkenden Deutschen steht hinter Ihnen.

Vielen Dank Herr Weidmann für Ihre Standhaftigkeit.
Bitte bleiben Sie der Fels in der Brandung.
Sie machen es genau richtig!
Einen Orden hätten Sie schon jetzt verdient, aber ich bin sicher, er wird noch kommen.
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