Bundesbank
Wulff entlässt Sarrazin

Thilo Sarrazin ist nicht mehr Bundesbank-Vorstand. Bundespräsident Christian Wulff hat den umstrittenen SPD-Politiker am Freitag entlassen. Sarrazin hatte zuvor seinen Rückzug erklärt. „Das Thema Bundesbank ist für mich damit abgeschlossen“, sagte er nach seiner Entlassung.
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HB BERLIN. Bundespräsident Christian Wulff hat Thilo Sarrazin aus dem Amt eines Vorstandsmitglieds der Bundesbank entlassen. Dies bestätigte Sarrazin der Nachrichtenagentur dpa am Freitag in Berlin. „Das Thema Bundesbank ist für mich damit abgeschlossen“, sagte Sarrazin.

Der frühere Berliner Finanzsenator hatte sich zuvor unter Vermittlung von Vertretern des Bundespräsidenten mit der Bundesbank auf einen Rückzug verständigt. Die Bankspitze wollte nicht mehr mit Sarrazin zusammenarbeiten wegen seiner umstrittenen Thesen zur fehlenden Integrationsbereitschaft von Muslimen.

Gegen Sarrazin läuft in der SPD noch ein Parteiausschlussverfahren. Die Auseinandersetzung mit der SPD laufe völlig unabhängig von seiner Trennung von der Bundesbank weiter, sagte Sarrazin.

Die Bundesbank hatte zunächst bei Bundespräsident die Entlassung Sarrazins aus dem Vorstand beantragt. Wegen der Einmaligkeit des Vorgangs hatte das Bundespräsidialamt anschließend eine vertrauliche Vermittlung gestartet.

Danach war Sarrazin bereit, beim Bundespräsidenten seine Entlassung zu beantragen. Die Bundesbank ließ ihrerseits den Vorwurf fallen, Sarrazin habe mit seinen Thesen das Ansehen der Bundesbank beschädigt. Mit dem Ausscheiden aus dem Amt erhält Sarrazin eine monatliche Pension von 10 000 Euro.

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  • Zwischenzeitlich haben zum Thema integration alle Parteien Fehler eingestanden. Umfragen haben ergeben, dass weit über die Hälfte der Deutschen sich mit den Dr. Sarrazins Thesen im ersten Teil seines buches identifizieren. Schon andere haben vor Dr. Sarrazin die integrationsprobleme verständlich und überzeugend dargelegt, so auch Peter von Zech in seinem buch Sonne und Schatten.

    Wie will die bundesregierung, der bundespräsident und die Opposition jetzt, also in den nächsten Monaten mit den festgestellten Defiziten umgehen? Weiter so, also aus Gründen des Eigeninteresses nichts machen?

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