Bundesbankchef sieht keine Interessenskonflikte
Dresdner Bank zahlte Welteke Luxus-Silvester

Bundesbank-Präsident Welteke hat zu Silvester 2001 vier Nächte in einem Berliner Nobelhotel logiert. Die Rechnung in Höhe von 7600 Euro beglich die Dresdner Bank.

HB BERLIN. Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Ernst Welteke, hat einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» zufolge einen Luxus-Kurzurlaub zu Silvester 2001 für sich selbst und seine Familie von der Dresdner Bank bezahlen lassen. Er sei damals mit seiner Ehefrau Bettina vier Nächte lang in der «Pariser Platz Suite» des Berliner Hotels Adlon abgestiegen: für 1717,95 Euro pro Nacht.

Welteke bestätigte den Bericht zumindest teilweise. «Die Tatsache an sich ist unbestritten», sagte Welteke. Mehr wolle er dazu nicht sagen, «weil so viel Falsches (in dem Artikel) steht». Welteke sieht in der Einladung keinen Grund für Rücktrittsforderungen. «Wenn ich an der Veranstaltung eines Dritten teilnehme und der mich dazu einlädt, dann gehe ich auch davon aus, dass von dem auch die Kosten übernommen werden», sagte Welteke am Samstag.

Wie das Magazin weiter berichtete, bewohnten Weltekes 25-jähriger Sohn und dessen Freundin eine weitere Suite. Sie waren nach Aussage von Welteke ebenfalls eingeladen, um seinen dreijährigen Sohn zu betreuen. Anlass des Aufenthalts in dem Nobelhotel war eine von der Dresdner Bank veranstaltete Euro-Begrüßungsparty in der Silvesternacht. Insgesamt habe Weltekes Hotelrechnung 7661,20 Euro ausgewiesen, meldet das Magazin. Weder Welteke noch die Bundesbank hätten diese Kosten erstattet.

Welteke sagte, dies sei auch nie an ihn herangetragen worden. Interessenkonflikte sehe er nicht. Er sei in seiner Zeit als Bundesbank-Chef «schon viel eingeladen worden», wobei auch «Kosten übernommen» worden seien. Gegenüber dem Magazin rechtfertigte Welteke die Dauer seines Aufenthalts mit den Worten: «Wenn ich schon an Silvester nach Berlin fahre, dann dehne ich das doch ein bisschen aus.» Das habe die Dresdner Bank damals akzeptiert.

Welteke ergänzte, offensichtlich kämen die Informationen des Nachrichtenmagazins aus dem hessischen Finanzministerium. Als ehemaliger hessischer Finanzminister sei er darüber «sehr betroffen». Welteke kündigte an, am Montag in Frankfurt vor der Presse im Detail auf den Bericht einzugehen. Für Welteke gilt als Bundesbeamten das Beamtengesetz: Es verbietet den Staatsdienern, Geschenke anzunehmen. Die sollte er eigentlich nicht nötig haben: Laut «Spiegel» ist er mit einem Jahresgehalt von mehr als 350.000 Euro der bestbezahlte Beamte der Republik.

Daher forderte CSU-Generalsekretär Markus Söder in der «Bild am Sonntag» den obersten Währungshüter auf, sein Amt ruhen zu lassen, bis die Vorwürfe restlos geklärt seien. «Es ist ein Skandal, weil das Amt des Bundesbankpräsidenten mit einem hohen Vertrauen verbunden ist», sagte Söder: Welteke schade dem Ansehen Deutschlands, wenn ihm Vetternwirtschaft nachgesagt werde.

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