„Banken können auch abgewickelt werden“

Bundesbankchef Weidmann
„Banken können auch abgewickelt werden“

Der Präsident der Bundesbank fordert als Lehre aus der Zypern-Krise ein „Abwicklungsregime“ für Banken im Euro-Raum. Geldhäuser sollten ohne Gefahr für das Finanzsystem Pleite gehen können, so Weidmann.
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Frankfurt/BerlinBundesbankpräsident Jens Weidmann hat Konsequenzen aus der Zypern-Krise angemahnt. „Ich glaube, es ist wichtig, aus Zypern die Lehre zu ziehen, dass Banken auch abgewickelt werden können“, sagte Weidmann dem Deutschlandfunk. Zypern sei zwar keine „Blaupause“ für andere Länder, weil der Bankensektor außergewöhnlich groß sei und sich seine Finanzierungsstruktur von anderen Ländern unterscheide, betonte der Bundesbankchef.

Grundsätzlich befürworte er aber die Idee, ein „Abwicklungsregime“ für Banken im Euro-Raum zu entwickeln: „Es geht darum, dass wir Banken, die in Schieflage geraten sind, nicht immer mit dem Geld der Steuerzahler retten müssen, sondern dass die Banken auch verursachergerecht abgewickelt werden können, ohne eine Gefahr für das Finanzsystem darzustellen.“

Ähnlich hatte sich am Freitag die Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Elke König, geäußert: „Unser Ziel muss es sein, marode Banken nach marktwirtschaftlichen Regeln abzuwickeln. Das heißt: Wer die Gewinne erhält, muss auch das Risiko tragen“, betonte Deutschlands oberste Finanzaufseherin.

Weidmann rief dazu auf, „dass zunächst einmal die Eigentümer der Banken in die Haftung genommen werden, dann die Fremdkapitalgeber, aber erst ganz am Ende der Haftungskette die Einleger, und möglichst nicht der Steuerzahler, sei es der nationale oder der europäische.“ Er verstehe sehr gut, dass die Einleger nach den Diskussionen um Zypern verunsichert seien. „Dieser Unsicherheit gilt es jetzt entgegenzutreten, indem wir zeigen, dass durch die verschiedenen Regeln, die jetzt aufgestellt werden, solche Schieflagen weniger wahrscheinlich geworden sind.“

Mit Blick auf das Euro-Land Slowenien, das mit hohen Defiziten kämpft, lehnte Weidmann ein Eingreifen der EZB ab: „Wenn Slowenien einen Finanzierungsbedarf hat, dann ist der richtige Adressat der ESM, also der Rettungsfonds. Uns als Notenbank ist die Finanzierung von Staaten in den EU-Verträgen verboten.“

Kommentare zu "„Banken können auch abgewickelt werden“"

Alle Kommentare
  • der fisch stinkt vom kopf, und das ist nun mal die zentralbank. solange nicht das geldversorgungsregime und die grundsätzliche transmission in die realwirtschaft deregliert werden, wird das nichts. aber bitcoin et al. werden das schon machen. dann kann man sich das ewige rumdiskutieren sparen. zum erstenmal seit 150 jahren (mit ausnahme der zigarettenwährung nach dem krieg) gibt es wieder richtiges geld in deutschland.

  • wenn banken abgewickelt werden ist auch das Sparvermögen weg!

  • UND ALLES WURDE SCHON VOR JAHREN , von euch GEWÄLTEN , DOCH WAHRHAFT GESAGT aber wer ZU DUM ZU VERSTEHEN , . . .

    die SIND IMMER NOCH eure REGIERUNG und BLEIBEN BEI :

    Joseph (Joschka) Fischer, ehem. “Die Grünen”:


    „Deutschland ist ein Problem, weil die Deutschen fleißiger, disziplinierter und begabter als der Rest Europas sind.

    Das wird immer wieder zu ‘Ungleichgewichten’ führen.

    Dem kann aber gegengesteuert werden, indem so viel Geld wie nur möglich aus Deutschland herausgeleitet wird. Es ist vollkommen egal wofür, es kann auch radikal verschwendet werden – Hauptsache, die Deutschen haben es nicht. Schon ist die Welt gerettet.”

    oder :
    http://www.news4press.com/Roth-will-deutsche-Staatsb%C3%BCrgerschaft-ab_442838.html


    aber ihr HÖRT NICHT HIN und WARTET DANN DRAUF DAS EINER WIDERSPRICHT !"!! ABER ES WIDERSPRICHT KEINE PARTEI und KEINE IM BUNDESTAG !!! ALSO WISSEN die ALLE WAHRHEIT und uns SOLL ES ERST DURCH ERFAHRUNG WAHR WERDEN UND NICHT DURCH WISSEN SCHON VORHER WIDERSPRECHEN KÖNNEN .

    ARME . . . DIE sich IN DEMOKRATUR IN DEMOKRATIE FÜHLEN aber ERST HINTERHER ERST IMMER WUNDERN , DAS WIEDER VERASCHT WURDEN .
    WEIOL ZU BLÖD ZU WISSEN DAS ES DEMOKRATIE MIT GEHEIM MACHT HAT , NICHT GEBEN KANN .
    WERDEN euch ABER IMMER BEWEISEN DAS ERS EINMAL GESAGT HABEN aber ihr NICHT HINGEHÖRT .

    ATHEIST SICH Gott , im WISSEN Gott . . .
    und SO KANN GARNICHT RASSIST SEIN und NIEMANDEN RASSEMACKE LEBEN LASSEN KÖNNEN .
    SOUVERÄN
    Frank Frädrich WILL AUCH WAHRHEITEN WISSEN WELCHE NURNOCH 4 IM ZUSAMMENHANG WISSEN


    MEDIEN WO EIN WORT VERBOTEN IST BETRÜGEN .


  • @Henry

    Den europäischen Länderfinanzausgleich wird es auf Kosten der Geberländer permanent geben. Damit wird jedes Jahr viel Kapital aus dem Bundeshaushalt von Deutschland gen Süden fliesen.

    Gestern Presseschau gesehen?
    Seit Loriot mich nicht mehr belustigen kann, schaue ich ab und an mal Sonntags die Presseschau.

    Da hatten wir die Chefredakteurin der taz Frau Ines Pohl. Die Dame behauptete Deutschland verdiene an den Zinsen der Rettungsschirme sehr gut. Was mit dem Kapital (siehe uneinbringbare Schulden) ist hat sie nicht gesagt.

    Schönen Tag noch.

  • Ist die KfW eine Bank?

    Ich weiß, die zahlen immer. Ist sie deshalb schon eine Bank?

  • Frage mich eigentlich warum ein Weidmann damit erst jetzt "um die Ecke" kommt. Deutschland als Mit-Erfinder der "Bad-Banken", mußte wohl erst warten bis die "Zeit reif" ist. Offensichtlich ist ein "hair-cut" für alle hohen Einkommen und Fonds-Anleger, denn das bringen Banken-Abwicklungen eben mit sich, nicht mehr politisch suizidal.

  • "Die AfD klärt die Bevölkerung wenigstens richtig auf."

    ROFL!
    WER klärt WO welche Bevölkerung RICHTIG auf?
    Deutschland hat gerade mal 700 Millionen bezahlt und damit 20 Millarden gespart.
    Ebenfalls kann man getrost davon ausgehen, das diese neoliberalen "Aufklärer" sicher eines im Sinn haben, nämlich denjenigen die sowieso keine 25% Steuern zahlen, ums Maul zu säuseln, diese sich aber dann wundern das diese ihre Straßen dann eigenhändig bauen müssen, und diese "Sparer" sich den Sekt auf ihrer Yacht "sponsern" lassen, so wie jetzt die Abgeordneten im Deutschen Bundestag sich weigern das weltweite Antikorruptionsabkommen zu ratifizieren und in Gesetze zu gießen.
    Aufklärung ist von diesen Leuten nicht zu erwarten, diese ist im übrigen auch nicht von den Medien und der Presse zu erwarten. Darum muß man sich als aufrechter Demokrat schon selber kümmern.
    Aber das scheint sich im Bildungswesen immer weniger rumzusprechen. Hauptsache der "Konsument" spurt und "glaubt".
    Wenn deine Feinde dich loben, mußt du vorsichtig sein.
    (chin. Sprichwort)

  • Am Ende zahlt der Sparer, wer sonst.

    Gehen wir zur Bank und erzählen den Bankern eine nette Geschichte um ein Darlehen von 200.000 Euro zu erhalten. Im Euro-Land, besonders in Brüssel, werden Geschichten geglaubt. In den Banken herrschen strikte Regeln. Der Banker fragt nach Sicherheiten und nach dem Einkommen. Sicherheiten können nicht geboten werden und das Einkommen liegt sehr niedrig. Der Bankangestellte grinst und kommt zur Schlussfolgerung, dass ein Darlehen von 200.000 Euro nicht möglich ist. Zudem ist die SCHUFA-Auskunft auch negativ, weil seit Jahren im Internet Bestellungen auf Pump getätigt werden. Ebenso spielt der Wohnort eine gewisse Rolle.

    Dieses Sicherheitsdenken wird für die Rettungsschirme von den europäischen Parlamentariern völlig ausgeblendet. Leider zeigt sich, dass die Gemeinschaftswährung Europa zunehmend spaltet. Die politische Vereinigung in Europa haben wir mit dem Schengener Abkommen am 14. Juni 1985 weitgehend abgeschlossen. Dazu benötigen wir den Euro nicht.

    Das unterschiedliche Wirtschaftswachstum wurde bis zur Einführung des Euro durch Auf- und Abwertung der Wechselkurse, in der Größenordnung von mehreren Milliarden jedes Jahr, ausbalanciert. Genau diesen Ausgleich werden für immer die Rettungsschirme leisten müssen, so lange es die Gemeinschaftswährung gibt. Die propagierten Kürzungen vom Einkommen können den flexiblen Wechselkurs nicht annähernd ersetzen. Mit der Kürzung der Einkommen schrumpft auch die Wirtschaft.

    Den europäischen Länderfinanzausgleich wird es auf Kosten der Geberländer permanent geben. Damit wird jedes Jahr viel Kapital aus dem Bundeshaushalt von Deutschland gen Süden fliesen. Was letztendlich der deutschen Bevölkerung enteignet wird. Folglich werden Kürzungen in sozialen Bereichen vorgenommen und die Bevölkerung wird durch immer mehr Steuerabgaben geknebelt. Die Armut in Deutschland wird weiter zunehmen.

    Die AfD klärt die Bevölkerung wenigstens richtig auf.

  • Jetzt kommt wenigstens vor der Bundestagswahl noch heraus, was der Bruch der Maastricht-Kriterien gebracht hat. Und noch deutlicher ist, dass der Euro-Kurs der Bundeskanzlerin grandios gescheitert ist. Die gesamte Tragiödie taggenau dokumentiert gibt es auf der eurokritischen website http://www.fortunanetz.de.

    Nun, zur Fiskalunion, die nach der Bundestagswahl eingeführt wird, gehört noch das Pendant im Bankenwesen. Die Gelder sollen nicht nur von den Steuerzahlern der reichen Länder an die armen Länder fließen, sondern auch von Bankkonto zu Bankkonto. Wir haben damit einen Doppeltransfer, ausgeklügelt von Schäuble.

  • Naja, diverse Landesbanken haben ja ihr nicht vorhandenes Geschäftsmodell erfolgreich genutzt, um sich in die beinahe-Pleite zu wirtschaften.

    Aber im Ernst: ICh denke da an die KfW. Die könnte tatsächlich für den Bund eine win-win-Situation darstellen, falls die Zinsen für Bundesanleihen steigen sollten, bevor die EZB das quantitative (pl)easing beendet.

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