Bundesbanker legt nach
SPD giftet gegen Sarrazins „eklatante Unreife“

Die heftige Debatte um ihn schert Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin wenig. Prominente Befürworter seiner Thesen geben ihm zusätzlich Rückendeckung. Die SPD reagiert derweil erbost über die störrische Haltung ihres Parteimitglieds und hofft, dass er das Führungsgremium der Notenbank freiwillig verlässt.
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DÜSSELDORF. Die SPD sieht nach Aussage ihres Fraktionsvorstandsmitglieds Sebastian Edathy keinen Grund an der Unbefangenheit von Bundespräsident Christian Wulff im Fall Thilo Sarrazin zu zweifeln. „Ich habe keinen Zweifel, dass der Bundespräsident über den Antrag des Bundesbankvorstandes, Sarrazin abzuberufen, sachgerecht entscheiden wird“, sagte Edathy Handelsblatt Online. Sarrazin dagegen werde mehr und mehr zur tragischen Figur. „Warum Sarrazin nicht freiwillig ein Gremium verlässt, in dem er ausdrücklich nicht erwünscht ist, bleibt unverständlich“, sagte der SPD-Rechtsexperte. Denn eine konstruktive Zusammenarbeit im Bundesbankvorstand könne Sarrazin nicht mehr erwarten. „Sein Verhalten entspringt reinem Trotz und zeugt von eklatanter Unreife“, so Edathy. „Die Steigerungsform von Narzismus kann man künftig Sarrazinismus nennen.“

Sarrazin legte derweil mit seiner Kritik am Integrationsverhalten von Ausländern nach. Und forderte mehr Integrationsdruck auf Zuwanderer. „Wir brauchen Integration durch Arbeit und beruflichen Aufstieg“, sagte Sarrazin während einer Podiumsdiskussion in Berlin. Dies müsse vor allem ein Prozess des Forderns sein. „Bei Leistung darf es keinen Rabatt geben“, fügte Sarrazin hinzu.

Die Einführung von Zielvorgaben für Zuwanderer beispielsweise am Arbeitsmarkt lehnte der Banker weitgehend ab. „Quoten kommen nur als allerletzter Notbehelf infrage.“ Sarrazin steht wegen umstrittener Thesen zur Integrationsbereitschaft vor allem von muslimischen Zuwanderern in der Kritik. Ihm drohen ein Parteiausschlussverfahren sowie die Abberufung von seinem Bundesbankposten.

Die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) plädierte für mehr Integrationsanreize. „Kontrolle muss auch sein“, sagte Süssmuth. Vor allem aber müssten bestimmte Zuwanderergruppen in die Lage versetzt werden, zu lernen, Eigenverantwortung zu übernehmen. Die familiäre und außerfamiliäre Erziehung müsse stärker zusammengeführt werden, ergänzte die CDU-Politikerin. Bildung sei für erfolgreiche Integration ganz entscheidend. Süssmuth forderte eine sachliche Integrationsdebatte. „Insgesamt brauchen wir „mehr Anreize, weniger Reden, mehr Handeln“, betonte Süssmuth.

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  • "... „ich habe keinen Zweifel, dass der bundespräsident über den Antrag des bundesbankvorstandes, Sarrazin abzuberufen, sachgerecht entscheiden wird“, sagte Edathy Hbl.Online. ..."

    Geht's denn noch bigotter, Herr Edathy?

    Zu Frau Suessmuth: Da wundere ich mich schon, dass die Frau JETZT auf den Trichter kommt.
    Sie fordert, jetzt nun, so ploetzlich, auch etwas bzgl. 'bildung' und 'integration' ein!?
    Woran hatte die Frau, als sie Ministerin war, denn gedacht?

    Da am Sa. der 11.09. ist, sei noch anzumerken, dass die Attentaeter, die in den USA den bis dato folgenschwersten Terroranschlag -im Namen des islam- veruebten, alle sehr gebildet waren, und scheinbar fest intergriert i.d. Gesellschaft und bildungslandschaft. Geholfen, das grausame Abschlachten tausender unschuldiger Menschen zu verhindern, hatte deren "bildung" und -scheinbare- "integration" aber auch nichts. Und DAS macht mir Angst!

  • @Ernst
    Wenn Sie hier mal nicht den Relativismus schüren. Über Schriften wollen wir uns organisieren. Denn die Schriften sind für uns verbindlich. Wenn wir uns wieder auf eine Schrift einigen, dann ist sie für alle verbindlich. Die neue Zeit bedeutet nicht, dass alles, was in der bibel steht, untauglich geworden ist. Auch sind die Personifikationen von Ereignissen, immer wie ein Flecken, der zur Orientierung angedient wird. Denn alle wissen, was mit der Sprache der Christen verbunden ist, die Sicherheit einer Einheit, durch ein Wissen, das wir teilen. Ernst, sie machen sich der Hetze schuldig. Denn den Ärger haben wir, weil immer irgend jemand gekommen war, der meinte, am Christentum herumkriteln zu müssen. Und damit meine ich nicht den Martin Luther, sondern Juden, Moslems und andere religiöse Minderheiten. Sie haben immer versucht uns zu spalten und bislang wurden sie alle gerichtet. Warum es zu den Ermordungen gekommen ist, wird häufig nicht gesagt. Das war auch nie entscheidend. Entscheidend war, dss wir zusammen gefunden haben um unsere Feinde zu besiegen.
    Sei Christ und setze Dich zur Wehr !!!

    Übrigens, die in Rußland oder Spanien zerschnittenen Kehlen von Juden und Moslems in vergangenen Jahrtausend waren es nicht genug. Warum suchen sie immer wieder unsere Freundschaft, wenn wir so grausam siind ? - Weil sie unser fruchtbares Land wollen. Deswegen sind sie auch immer noch hier. Und deswegen werden sie auch immer wieder kommen. Und wenn sie uns erzählen, dass unser Glaube nichts nützt, dann treiben sie erneut einen Keil zwischen uns, gerade so, wie es immer versucht haben: Stück für Stück.

  • Hallo Hermann aus dem Rheinland,

    aus Deiner Nachricht geht hervor, dass Du auch nur ein Opfer der bibel und der christlichen sowie sozialistischen Glaubenssätze bist.

    Was bitte ist denn gegen Single-Dasein, Promiskuität und Pornografie einzuwenden?

    Ob islamismus, Christentum oder Sozialismus - Probleme gibt es immer dann, wenn Menschen versuchen, anderen Menschen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben.

    Auch in Deinen Worten steckt dieser Versuch. Wer gibt Dir dieses Recht? Aber ist es überhaupt ein Recht? Oder sind es nur die Glaubenssätze, die Du unreflektivert von Deinen Vorfahren und der Gesellschaft, in der Du aufgewachsen bist, übernommen hast?

    Grüsse,
    Ernst

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