Bundesdelegiertentag der Frauen Union
Merkel will in Vorständen mehr Frauen sehen

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich bei der Wirtschaft dafür stark machen, dass mehr Frauen in Spitzenpositionen eingesetzt werden. Von der Leyen verlangt zudem familienfreundlichere Unternehmen.

HB BRAUNSCHWEIG. In den Vorständen der hundert größten deutschen Firmen gebe es nur eine einzige Frau, sagte Merkel am Samstag auf dem Bundesdelegiertentag der Frauen Union in Braunschweig. „Das ist nicht nur komisch, sondern auch absolut veränderungsbedürftig.“ Der Delegiertentag bestätigte Staatsministerin Maria Böhmer mit großer Mehrheit als Bundesvorsitzende der Frauen Union.

Mit Blick auf die eigene Kanzlerschaft erklärte Merkel, die Politik sei richtungweisend, was Frauen in Führungspositionen angehe. „Wenn ich an die Ministerpräsidenten denke, könnten wir noch etwas tun“, fügte sie aber hinzu. Die Wirtschaft hinke beim Frauenanteil allerdings „unglaublich hinterher“: „Da muss sich in der deutschen Wirtschaft etwas ändern, ich werde das auch mit den Vorstandsvorsitzenden besprechen“, sagte Merkel.

In der CDU habe sich der sanfte Schub für Frauen durch das innerparteiliche Frauenquorum bewährt. Im Parteivorstand gebe es mehr Beisitzerinnen als Beisitzer, sagte die CDU-Vorsitzende. Auch mit dem Anteil der weiblichen CDU-Mitglieder dürfe man sich nicht zufrieden geben. „25 Prozent Frauen in unserer Partei - das ist zu wenig.“

Die Kanzlerin forderte für junge Frauen Wahlfreiheit zwischen Berufstätigkeit und Kindererziehung. „Ich will nicht, dass es in der einen oder der anderen Richtung Druck gibt, wie die Frauen sich zu verhalten haben“, sagte sie. Zugleich kritisierte sie, dass viele Mütter kleiner Kinder zugleich den Grundstein für ihre Karriere legen müssten: „Es krallt sich alles zusammen in wenigen Jahren für die jungen Familien“, sagte Merkel.

Die Vorsitzende der Frauenorganisation, die Staatsministerin im Bundeskanzleramt und Integrationsbeauftragte Böhmer, bezeichnete Merkel als „mächtigste Frau der Welt“. Niemand verkörpere den Erfolg von Frauen in Politik und Gesellschaft so wie die Bundeskanzlerin. In vielen Gremien der CDU sei allerdings der durch das parteiinterne Quorum vorgeschriebene Drittelanteil von Frauen immer noch nicht erreicht.

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