Bundesfinanzministerium
Gerangel um Wagniskapitalgesetz hält an

Das Bundesfinanzministerium (BMF) ist vorerst von den Plänen abgerückt, sein umstrittenes Eckpunktepapier zur Förderung von Wagniskapital als Referentenentwurf an Parteien und Verbände zu verschicken. Dieses Vorhaben hatte nach Informationen des Handelsblatts beim Bundeswirtschaftsministerium als auch beim Bundesforschungsministerium und bei der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Befremden gesorgt.

fmd BERLIN. Am Donnerstag wurden in einem Gespräch zwischen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) und dem Unions-Fraktionsvize Michael Meister Lösungsmöglichkeiten erörtert. "Die Gespräche gehen weiter", sagte Meister dem Handelsblatt. Damit ist aber noch nicht sicher, ob es einen abgestimmten Referentenentwurf geben wird.

Einig sind sich die Koalitionspartner, dass junge und in der Gründung befindliche High-Tech-Betriebe derzeit unzureichend finanziert werden. Um das Engagement von Beteiligungsgesellschaften zu stärken, soll der Staat steuerliche Vorteile gewähren. Die in den Eckpunkten erwähnten Maßnahmen greifen aber aus Sicht des Bundeswirtschaftsministeriums zu kurz. So kritisiert Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), dass mit Wagniskapital finanzierte Betriebe ihre Verlustvorträge steuerlich nur sehr eingeschränkt geltend machen dürfen.

Für "zu kurz gesprungen" hält Ernst-Albrecht von Beauvais, Partner und Private-Equity-Experte bei der internationalen Wirtschaftskanzlei Taylor Wessing, die Absicht des BMF, die Förderung auf die Frühphasenfinanzierung zu konzentrieren. Wenn die Zielunternehmen lediglich ein Eigenkapital von 500 000 Euro haben sollen, werde die Wachstumsfinanzierung ausgeblendet, kritisiert von Beauvais. Dieser Rahmen würde beispielsweise schon gesprengt, wenn sich der staatlich initiierte High-Tech-Gründerfonds mit einer halben Mill. Euro beteilige. Dieser Betrag würde für eine Zwischenfinanzierung von maximal zwölf Monaten reichen.

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