Bundesforschungsministerin will Nuklearforschung stärken
Schavan fordert Gabriel heraus

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) spricht sich für eine Stärkung der Nuklearforschung aus und riskiert so einen Konflikt mit Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD).

BERLIN. „Für die Sicherung einer ausreichenden Energieversorgung auch in der Zukunft ist es notwendig, keine der möglichen Optionen der Energieerzeugung von vorneherein auszuschließen. Vor diesem Hintergrund ist es auch notwendig, dass in Deutschland nukleare Sicherheits- und Endlagerforschung weiterhin auf hohem wissenschaftlichen und technologischem Niveau durchgeführt wird“, sagte Schavan dem Handelsblatt. Nur so lasse sich sicherstellen, „dass die hohen Sicherheitsstandards bei unseren Kernkraftwerken auch in Zukunft weiter erhalten werden können“. Sie werde dafür sorgen, „dass Ergebnisse aus der Grundlagenforschung rasch in die Anwendung überführt werden, um sicherzustellen, dass wir umweltbewusst und nachhaltig mit unseren Energieressourcen umgehen“.

Das Umweltministerium bewertet ein stärkeres Engagement in der Nuklearforschung zurückhaltend. „Solange es um Kompetenzerhalt und Sicherheitsoptimierung geht, sind wir mit dabei. Wenn allerdings die Absicht dahinter steckt, neue Reaktorlinien zu erforschen, dann halten wir davon nicht viel“, sagte ein Sprecher von Umweltminister Gabriel.

Das Thema Atomkraft ist zwischen den Koalitionspartnern SPD und Union umstritten. Während sich der Umweltminister dafür stark macht, am Atomausstieg festzuhalten, wollen führende Unionspolitiker den Kraftwerksbetreibern längere Laufzeiten zubilligen.

Schavan positioniert sich mit ihrem Vorstoß zur Kernenergieforschung für den nächsten Energiegipfel Anfang Oktober. Bereits heute trifft sich die Arbeitsgruppe „Forschung und Energieeffizienz“, um den Energiegipfel vorzubereiten. Die Arbeitsgruppe wird gemeinsam von Schavan und Gabriel geleitet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte nach dem Energiegipfel im April neben der Arbeitsgruppe „Forschung und Energieeffizienz“ die Arbeitsgruppen „Internationale Energiepolitik“ und „Nationale Energiepolitik“ ins Leben gerufen. Die drei Arbeitsgruppen, denen Fachleute und Wirtschaftsvertreter angehören, sollen die inhaltliche Basis für den Gipfel im Oktober erarbeiten. Ziel ist es, später ein energiepolitisches Gesamtkonzept vorzulegen.

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