Bundeshaushalt
Schäuble rechnet mit Milliarden-Belastung durch Griechenland-Hilfen

Die Hilfen für Griechenland werden den Haushalt mit mehreren Milliarden Euro belasten, schätzt der Finanzminister. Er betonte aber auch, dass die Vorteile aus der Währungsunion größer seien „als alle Hilfen uns kosten“.
  • 70

BerlinDie neuen Griechenland-Hilfen werden den Bundeshaushalt auf längere Sicht nach Angaben von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mit einer Milliardensumme belasten. „Wie viel das insgesamt kostet, kann ich noch nicht abschließend sagen“, sagte der CDU-Politiker in einem am Samstag in Teilen vorab veröffentlichten Interview der „Bild am Sonntag“.

Schäuble nannte zwei Posten, die sich schon beziffert ließen. Der Verzicht auf Zinseinnahmen aus früheren Griechenland-Krediten bedeute für Deutschland rund 130 Millionen Euro. Daneben solle ein Betrag aus EZB-Gewinnen aus einem früheren Anleihen-Ankaufprogramm ausgeschüttet werden, die sich nach Angaben der Notenbank auf etwa zehn Milliarden Euro bis 2035 beliefen. „Das bedeutet für Deutschland insgesamt circa 2,7 Milliarden Euro weniger.“

Ob es weitere Belastungen gebe, könne nicht gesagt werden. Man fahre im Falle Griechenland „auf Sicht“, weil die künftige Entwicklung noch nicht genau abgesehen werden könne, unterstrich Schäuble. Zudem müsse der Druck auf weitereichende Veränderungen in dem Land aufrecht erhalten bleiben. Schäuble verteidigte die Hilfen aber erneut. „Die Vorteile, die wir aus der Währungsunion ziehen, sind viel größer als alle Hilfen uns kosten“, sagte er. Deshalb sei Deutschland gut beraten, die Währungsunion weiter zu stützen.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bundeshaushalt: Schäuble rechnet mit Milliarden-Belastung durch Griechenland-Hilfen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Das könnte er doch gegenfinanzieren. Er verrechnet einfach die Pensionszahlungen mit den abzuschreibenden Griechenlandforderungen und schon ist alles ausgeglichen. Das ist doch ohnehin alles nur statistisch.

    Er könnte aber auch hingehen und die Pensionen gänzlich in Griechenlandanleihen tauschen und dann erst den Schuldenschnitt machen. So hat er es doch auch mit der Altersvorsorge der Privaten gemacht. Ganz ohne Mitsprache. Einfach so. Ging doch!

    Ich hoffe nur, dass dies andere anders sehen.

  • Wie gesagt, welchen Geist haben den jene Unternehmen mit einem Budget welches zusammengefasst größer ist als Deutschlands oder Europas. Staatliche oder Überstaatliche Strukturen sind an Prozessen interessiert, die auf Dauer für alle Beteiligten von Vorteil sind. Nun ich verdiene mein Geld vielleicht mit Spekulationen auf Unternehmen mit zwiespältiger humanistischer Ausrichtung. Daher halte ich mich aus der weiteren Diskussion heraus, und lasse den Unternehmer weiter Sklaven ausbeuten. Am Ende zählt noch der Egoismus.

  • Was meinen sie mit "Geist Europas"? Als einziges würden mir da die Juden einfallen. Die auch Deutschland meiner Meinung nach stark bereichert haben. Aber dieser europäische Geist ist leider erloschen. Jetzt gibt es natonale Interessen und was noch?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%