Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble
Schwarz-Grün ist Option für die Union

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich für eine Koalition der Union mit den Grünen offen gezeigt. „Schwarz-Grün ist nicht unser Wunsch, aber eine Option für die Union“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ („FAS“).

dpa BERLIN. „Lange war Schwarz-Grün so etwas wie eine Diffamierung. Das ist wirklich Unsinn“, sagte Schäuble weiter. Allerdings sei der bevorzugte Partner der Union die FDP.

CSU-Chef Edmund Stoiber warnte die Union hingegen vor einem Bündnis mit den Grünen. CDU und CSU müssten alles daran setzen, aus eigener Kraft regieren zu können. „Die CSU will keine Jamaika-Koalition“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Samstag bei einem CSU-Bezirksparteitag zu einem schwarz-gelb-grünen (Farben der Jamaika-Flagge) Bündnis von Union, FDP und Grünen.

Schäuble sagte: „Wenn es der Wähler erlaubt, werden wir eine Koalition mit der FDP anstreben. Das ist wahrscheinlich, und so sieht es die FDP auch.“ Doch fügte er hinzu: „Die FDP hat gelegentlich Neigungen dazu, eine Klientelpartei zu sein. Wir suchen immer Lösungen, die für alle verantwortbar sind. Da gibt es natürlich Berührungen mit den Grünen.“ Die Grünen könnten ihre politischen Ziele mit der Union besser durchsetzen als mit der SPD: „Wenn die Grünen aus ihrer Sicht den bestmöglichen Koalitionspartner suchen, dann kann es nur die Union sein“, sagte Schäuble.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele sagte der „FAS“: „Gespräche mit der CDU finde ich in Ordnung, solange sie der grünen Unabhängigkeit dienen.“ Er warnte jedoch davor, „dass wir uns der CDU und erst recht der FDP ausliefern“. Der Grünen-Vorsitzende Reinhard Bütikofer sagte: „Wir verfolgen einen eigenständigen Kurs und schauen dann, wie viel grüne Politik in einer Koalition realisierbar wäre.“

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