Bundeskanzler bestätigt Pläne seines "Freundes"
Wirtschafts-Staatssekretär Tacke verlässt die Politik

Bundeskanzler Schröder hat den Wechsel des Staatssekretärs im Wirtschaftsministerium, Tacke, in die Industrie bestätigt. Berichten zufolge soll er Chef der RAG-Tochter Steag werden.

HB BERLIN. Der bisherige Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Alfred Tacke, soll nach seinem Wechsel an die Spitze des Energieunternehmens Steag die Geschäftsbereiche Stromerzeugung, Gasversorgung und Müllverbrennung integrieren und den Konzern offensiver am Markt positionieren. Das berichtete am Samstag der «Spiegel» vorab aus seiner kommenden Ausgabe.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bestätigte am Samstag auf einer Pressekonferenz in Bonn das Ausscheiden Tackes aus der Politik. Er könne verstehen, wenn sein «Freund Tacke» noch einmal etwas anderes machen wolle, sagte Schröder. Über die Nachfolge werde Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) «allein entscheiden».

Wie mehrere Zeitungen am Freitagabend vorab berichtet hatten, wird Tacke Anfang kommenden Jahres Vorstandschef bei Steag. Dem «Spiegel» zufolge hat das Präsidium des Aufsichtsrates bereits am Donnerstag die Verpflichtung Tackes abgesegnet. Das gesamte Gremium müsse aber noch zustimmen. Tacke habe Schröder bereits in der vergangenen Woche über sein Ausscheiden informiert.

Steag ist eine hundertprozentige Tochter des Essener Kohle- und Bergbauunternehmens RAG, an dessen Spitze der frühere Wirtschaftsminister Werner Müller sitzt. Bereits unter dem parteilosen Müller war Tacke Staatssekretär. Schröder hatte Tacke 1998 zum Amtsantritt von Hannover nach Berlin mitgebracht. Zu Schröders Amtszeit als niedersächsischer Ministerpräsident war Tacke Staatssekretär im Landesministerium für Wirtschaft, Technologie und Verkehr.

Die «Financial Times Deutschland» (FTD) hatte in ihrer Freitagausgabe über Zerwürfnisse zwischen Tacke und dem zweiten beamteten Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Georg Wilhelm Adamowitsch, berichtet. Adamowitsch war von Wirtschaftsminister Clement bei seinem Wechsel von Düsseldorf nach Berlin mitgebracht worden. Tacke bestritt der «Süddeutschen Zeitung» vom Samstag zufolge aber, dass es zwischen ihm und Adamowitsch «Krach» gegeben habe.

Tacke war immer wieder für politische Spitzenämter im Gespräch, zuletzt war er als Nachfolger des über die Adlon-Affaire gestolperten früheren Bundesbank-Chefs Ernst Welteke im Gespräch. Wie die «Süddeutsche» weiter berichtete, gilt der Chefökonom des Bundeskanzleramtes, Bernd Pfaffenbach, als wahrscheinlicher Nachfolger Tackes im Wirtschaftsministerium.

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