Bundeskanzler erlässt Äthiopien Schulden in Höhe von 60 Millionen Euro Schröder fordert in Afrika Abbau von Handelshemmnissen

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In seiner Rede vor der AU ermutigte Schröder die afrikanischen Staaten, ihre Verantwortung für die Entwicklung des Kontinents stärker als bisher in die eigenen Hände zu nehmen. Der Weg der Modernisierung könne nur von Afrika selbst ausgehen. Afrika dürfe „nicht länger als Kontinent der Kriege und Krisen, Krankheiten und Katastrophen“ gelten. Die Überwindung der Probleme, aber auch der „Klischees und Zerrbilder“ liege im europäischen Interesse. Kriege, zerfallende Staaten und Armut seien Gefahren, die vor europäischen Grenzen so wenig halt mache wie Epidemien und Flüchtlinge.

Mit seinem Auftritt vor der Afrikanischen Union unterstrich Schröder die Bedeutung der Organisation unter Führung des ehemaligen malischen Präsidenten Alpha Oumar Konare. Dieser gilt als Reformer und wird für sein Wirken mit dem diesjährigen Preis der Deutschen Afrika Stiftung ausgezeichnet. Mit der Auswahl der Länder Äthiopien, Kenia, Südafrika und Ghana (siehe Kasten) will die Bundesregierung die Hoffnungsträger unter Afrikas Reformstaaten ermutigen. Als „Schrittmacher“ für mehr Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und gutes Regieren erhalten sie auch Förderung durch bevorzugte Entwicklungszusammenarbeit. So wurde mit Äthiopien gestern neben einem Schutzabkommen für deutsche Investitionen ein weiterer Erlass von Altschulden in Höhe von 60 Mill. Euro vereinbart.

Berlins diplomatische Offensive stellt auch ein gewisses Gegengewicht zur US-Diplomatie dar, die Afrika seit dem Fund größerer Ölvorkommen ebenfalls entdeckt hat. Anliegen sowohl von Amerikanern und Europäern ist es zudem, zu verhindern, dass sich weltweit agierende Terrorbewegungen in afrikanischen Staaten mit zusammengebrochener Zentralmacht festsetzen. Dies ist einer der Gründe, wieso die Europäer 2003 eine militärische Mission nach Bunia im Ost-Kongo entsandten. Auch eine internationale Mission im Südsudan ist im Gespräch.

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