Bundeskanzler erlässt Äthiopien Schulden in Höhe von 60 Millionen Euro: Schröder fordert in Afrika Abbau von Handelshemmnissen

Bundeskanzler erlässt Äthiopien Schulden in Höhe von 60 Millionen Euro
Schröder fordert in Afrika Abbau von Handelshemmnissen

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die EU aufgefordert, ihre Märkte stärker für Erzeugnisse aus Entwicklungsländern zu öffnen. Zugleich sollten afrikanische Staaten Handelsbarrieren abbauen.

HB ADDIS ABEBA. Deutschland werde sich bei der nächsten Welthandelsrunde engagiert für den Abbau von Handelshemmnissen einsetzen, kündigte Schröder am Montag zum Auftakt seiner Afrikareise vor der Afrikanischen Union (AU) in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba an. Dies geschehe auch „aus eigenem Interesse“. Als Exportnation sei Deutschland auf offene Märkte angewiesen.

Tatsächlich dürfte nicht allein die Ökonomie eine Rolle spielen. Die Reise des Bundeskanzlers zeigt auch die geänderte Wahrnehmung Afrikas in Berlin; innerhalb eines halben Jahres sind neben Schröder auch der Bundespräsident, der Bundesaußenminister und die Entwicklungshilfeministerin nach Afrika gereist. Hintergrund ist vor allem die in Absprache mit Frankreich entstandene Analyse, dass sich die Europäer verstärkt um den schwarzen Kontinent kümmern müssten. „Tun wir dies nicht, werden die Problem eines Tages in Form von Migration zu uns kommen“, heißt es in Regierungskreisen.

Tim Hughes vom südafrikanischen Institute of International Affairs spricht von einem „stark pragmatischen Element“ in der deutschen Afrikapolitik: Anders als Frankreich oder Großbritannien würden sich die Deutschen weniger in politische Fragen einmischen sondern wirtschaftlich engagieren. Gerade weil Deutschland weit weniger stark in die Kolonialgeschichte Afrikas als seine europäischen Konkurrenten verstrickt war, könne es laut Hughes gut als Vermittler zwischen Europa und Afrika fungieren. Von den G8-Staaten wurde Deutschland in puncto Afrika mit Handels- und Investmentfragen betraut. Dies sei schon deshalb besonders wichtig, so Hughes, weil die Afrikaner im Rahmen des von ihnen entworfenen Nepad-Aufbauplanes (Neue Partnerschaft für afrikanische Entwicklung) Hilfsleistungen in Höhe von rund 64 Mrd. $ vom Westen erwarten.

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