Bundeskanzlerin
Angela Merkels Auszeit ist vorüber

Kanzlerin Angela Merkel kehrt Anfang dieser Woche aus dem Urlaub zurück. In Berlin warten Terrorsorgen, die europäischen Krisen und das Beziehungsdrama mit der CSU auf sie. Unsicher ist weiterhin ihre politische Zukunft.

BerlinUrlaub ist für die Kanzlerin ja so eine Sache. Ganz außer Dienst ist sie nie. Der Erholungsfaktor: ungewiss. Und diesmal war es eine sehr durchwachsene Sommerpause, aus der Angela Merkel an diesem Montag wieder in den Berliner Alltag kommt. Die gewohnten Abstecher in die Uckermark, nach Bayreuth und in die Südtiroler Berge waren in den drei Wochen drin. Wegen der jüngsten Terrortaten in Bayern, die das ganze Land erschütterten, fuhr die oberste Urlauberin aber gleich zwei Mal ins Regierungsviertel zurück. Nun startet sie in heikle Monate – nicht nur wegen der umstrittenen Flüchtlingspolitik.

Die Stimmung aufnehmen kann die CDU-Chefin schon am Montagmorgen im Konrad-Adenauer-Haus, wenn Präsidium und Vorstand tagen. Dabei wirken die von zwei Flüchtlingen verübten Anschläge in Würzburg und Ansbach nach - und haben auch in Unionsreihen tiefsitzenden Unmut hochkommen lassen. Erst recht, nachdem die Kanzlerin unter Erklärungsdruck den Urlaub unterbrach und unbeirrt ihr Mantra wiederholte: „Wir schaffen das.“ Danach konnte sie aus Südtirol registrieren, wie ihre gerade erst wieder gestiegenen Zustimmungswerte in neuen Umfragen absackten.

In den laufenden Landtagswahlkämpfen will die Vorsitzende natürlich trotzdem Flagge zeigen. Am Mittwoch und Donnerstag fährt sie zu zwei Auftritten nach Mecklenburg-Vorpommern, wo am 4. September gewählt wird, wie zwei Wochen später in Berlin. Als Antwort auf Sorgen nach den Anschlägen setzen beide CDU-Spitzenkandidaten, Lorenz Caffier und Frank Henkel, stark auf die Karte Innere Sicherheit.

Auch im Bund demonstriert CDU-Innenminister Thomas de Maizière Härte mit einem neuen Sicherheitspaket, weitere Asyl-Verschärfungen inklusive. Wirbel gibt es unionsintern aber ausgerechnet um Forderungen, die bewusst nicht drinstehen: ein Burka-Verbot und das Aus für den Doppelpass.

Am Mittwoch leitet Merkel das Kabinett, nachdem Vize Sigmar Gabriel (SPD) wie üblich einmal als Urlaubskanzler ran durfte. Auch das Krisenmanagement nach dem britischen Votum für einen EU-Austritt nimmt wieder Fahrt auf. Am Donnerstag kommt EU-Ratspräsident Donald Tusk zum Abendessen nach Schloss Meseberg. Dabei geht es schon um den Sondergipfel am 16. September in Bratislava zur Zukunft der EU.

Vorher fliegt Merkel am 4. September zum G20-Gipfel nach China, wo sie auch den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan treffen dürfte. Dessen rigides Vorgehen nach dem Putschversuch bereitet ihr Sorgen. Auch, weil das den umstrittenen EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei nur noch umstrittener macht, an dem die Kanzlerin trotz aller Kritik an Ankara weiter festhalten will.

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