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Bundeskanzlerin: Frauenquote nur ein Weg der Frauenförderung

Angela Merkel macht Druck beim der Frauenquote: In ihrem Podcast kritisiert sie die Unternehmen, die sich zu einer Quote verpflichtet, aber nicht gehandelt haben. Sie sollten mehr über Frauenförderung nachdenken.

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Kirchentag: In ihrem Podcast ruft sie zur Frauenförderung auf. Quelle: dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Kirchentag: In ihrem Podcast ruft sie zur Frauenförderung auf. Quelle: dpa

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht in einer Frauenquote nur einen von vielen Wegen, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Allerdings steige durch eine Quote der Druck auf Unternehmen, über die vielen Möglichkeiten der Frauenförderung nachzudenken, sagte Merkel am Samstag in ihrem neuen Video-Podcast.

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Neben einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sieht die Kanzlerin vor allem bei der Berufswahl einen Ansatzpunkt. Sie werbe sehr stark dafür, dass sich Mädchen und junge Frauen für naturwissenschaftliche und Ingenieurberufe entscheiden, „die auch sehr gut bezahlt sind“. Verantwortung zu übernehmen, sei eine wichtige und gute Sache, betonte Merkel. Am Dienstag diskutiert sie im Kanzleramt mit rund 75 weiblichen Führungs- und 30 Nachwuchskräften über die Bedingungen beruflichen Erfolgs. Auf dem Treffen wird Familienministerin Kristina Schröder reden, die für die sogenannte Flexi-Quote eintritt, offenbar aber nicht Arbeitsministerin Ursula von der Leyen.

Pro Frauenquote

  • Zu wenige Frauen

    In den Führungspositionen der großen Unternehmen in Deutschland sind Frauen immer noch eine kleine Minderheit. In Aufsichtsräten sind sie durchschnittlich etwa zu zwölf Prozent und in Vorständen nicht einmal zu 5 Prozent vertreten.

  • Freiwillig funktioniert nicht

    Die Quoten-Befürworterinnen argumentieren, dass alle Freiwilligkeit und Selbstverpflichtung der von Männer dominierten Chefetagen den Frauenanteil in den Spitzengremien nicht wesentlich erhöht hat. Sie verlangen, dass Frauen auch dort die im Grundgesetz geschützte gleiche Teilhabe ermöglicht wird.

  • 40 Prozent bis 2020

    Ohne eine vom Gesetzgeber vorgeschriebene Quote sehen die Befürworter keine Chance für Gleichberechtigung. Die EU-Kommission strebt bis 2020 europaweit für alle Aufsichtsräte großer Unternehmen eine Frauenquote von 40 Prozent an.

Nach dem heftigen Streit in der CDU über eine gesetzliche Frauenquote, die etwa von der Arbeitsministerin favorisiert wird, relativierte die Kanzlerin die Bedeutung der Quote. Diese betreffe nur die Aufsichtsräte börsennotierter Firmen und sei deshalb ein kleines Element für die Frauenförderung.

Die Wirtschaft habe über Jahre nicht ihre Versprechungen eingehalten, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, kritisierte die Kanzlerin. Mit einer „flexiblen Quote“ müssten sich die Unternehmen selbst verpflichten, den Frauenanteil in Aufsichtsräten und anderen Führungspositionen zu erhöhen. „Ich finde aber auch, eine Selbstverpflichtung darf nicht ohne jedes Ziel sein“, sagte Merkel.

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Deshalb setze sie sich für eine rechtliche Regelung in der nächsten Legislaturperiode ein, wonach ab 2020 in Aufsichtsräten 30 Prozent Frauen vertreten sein sollen. Das sei aber nur „ein kleines Element“, räumte Merkel ein, da sich die Quote längst nicht auf alle Unternehmen beziehe: „Insgesamt müssen wir immer wieder dafür werben: Die erfolgreichsten Betriebe sind die Betriebe, wo Männer und Frauen, wo Menschen verschiedenen Alters gut zusammenarbeiten.“

Merkel möchte zudem Haus- und Erziehungsarbeit besser zwischen Frauen und Männern verteilt sehen. Mit den Vätermonaten beim Erziehungsgeld sei ein erster wichtiger Schritt dahin gemacht. Ein Umdenken will die Bundeskanzlerin auch bei der Karriereplanung. In vielen Unternehmen sei sie noch nicht darauf ausgerichtet, „dass Menschen heute ja auch eine lange Lebensarbeitszeit haben und dass nicht alle Karriereschritte schon mit 35 oder 40 geplant oder abgeschlossen sein müssen“. Die Familienzeit dürfe nicht „völlig identisch mit der Karriereplanungszeit sein“.

Contra Frauenquote

  • Leistung statt Gesetz

    Viele Top-Frauen in der deutschen Wirtschaft lehnen eine Quote ab, weil Frauen wegen ihrer Leistung bis an die Spitze der Unternehmen befördert werden wollen - aber nicht, um damit gesetzliche Vorgaben zu erfüllen.

  • Angst vor Kuchen

    Öffentlich äußern sich dazu Managerinnen oder Aufsichtsrätinnen allerdings selten, weil sie Anfeindungen fürchten - besonders von Frauen. „Es bringt nichts - außer, dass Sie drei Kuchen ins Gesicht bekommen“, sagt eine DAX-Aufsichtsrätin, die namentlich nicht genannt werden möchte.

  • Förderung durch Vorbilder

    Wichtiger als eine vorgeschriebene Frauenquote für Frauen an der Spitze ist aus Sicht der Aufsichtsrätin eine gezielte Frauenförderung auf allen Ebenen des Unternehmens. „Junge Frauen wollen Vorbilder“, sagt sie.

Die CDU-Spitze hatte Mitte April einen Kompromiss zur Anhebung des Frauenanteils in Führungspositionen vereinbart. Demnach soll die Forderung nach einer festen Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten großer Unternehmen ab 2020 ins Wahlprogramm aufgenommen werden. Davor war die CDU für die Flexiquote gewesen, die keine allgemeinverbindlichen Frauenquoten für Unternehmen vorgesehen hatte.

  • 12.05.2013, 17:17 UhrSteuerzahler

    Sehr geehrte Angelika, Sie haben den Kern des Problems getroffen, Sie warten seit Jahren dass sich was tut. Mit warten wird sich nichts tun. Wer sollte auch was tun. Warum sollten Frauen mehr Geld bekommen? Wohl doch nur weil sie selber etwas dafür tun. Wer nicht seber kämpft hat auch nicht mehr verdient, als Ihr gegeben wird. Gesetze werden keine Einstellungen und auch keine Gehälter ändern. Warum soll "MAcht" einent Teil seine Macht abgeben? Freiwillig doch nicht. Freiwillig gibts so etwas, wenn überhaupt, dann nur bei den Gebrüder Grimm.

  • 08.05.2013, 18:41 Uhrhermann.12

    Anonym bekommt man überhaupt keine guten Mitarbeiter, denn eine Bewerbung sagt über Qualifikationen nur wenig aus. Entscheidend ist der persönliche Eindruck, das wird mittlerweile systematisch unterlassen, auch weil die Unmöglichkeit dabei unfair subjektives auszuschließen nicht möglich ist und der Gesetzgeber deshalb die reine Form zum Standard gemacht hat, mit entsprechend negativen Ergebnissen.
    Ich frage mich immer welcher Idiot mal in die Welt gesetzt hat, dass Subjektives bei Bewerbungen nichts zu suchen hätte, wo doch fast alles durch Subjektives bestimmt wird, besonders aber die Qualität menschlicher Zusammenarbeit.

    H.

  • 06.05.2013, 10:19 UhrYlander

    Wie lange müssen wir uns das Herumgemerkele noch antun?

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