Bundeskanzlerin Merkel erstaunt über Vergütung von VW-Managern

Die gute Bilanz von Volkswagen beschert den Vorständen dicke Gehälter. Bundeskanzlerin Merkel zeigt sich verwundert.
Update: 14.03.2018 - 21:18 Uhr 24 Kommentare
Die Bundeskanzlerin zeigt sich überrascht von den gestiegenen Bezügen der VW-Vorstände. Quelle: Reuters
Angela Merkel

Die Bundeskanzlerin zeigt sich überrascht von den gestiegenen Bezügen der VW-Vorstände.

(Foto: Reuters)

BerlinKanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich erstaunt über die Gehaltszuwächse von VW-Top-Managern gezeigt. „Ich freue mich, wenn es Gewinne gibt, weil dann vielleicht auch Geld in die Zukunft investiert werden kann“, sagte Merkel am Mittwoch dem ZDF-„heute-journal“. Trotzdem sei sie „schon erstaunt“ gewesen, „dass es dann auch sehr hohe Zuwachsraten bei bestimmten Gehältern gibt“.

Die Vergütung der Mitglieder des VW-Konzernvorstands stieg im vergangenen Jahr auf rund 50,3 Millionen Euro nach 39,5 Millionen Euro im Jahr zuvor. Volkswagen begründete den Anstieg vor allem mit der guten Geschäftsentwicklung.

Der Kernbereich VW Pkw warf 2017 einen Betriebsgewinn von rund 3,3 Milliarden Euro ab - bereinigt um Sonderkosten für die Dieselaffäre. Für die Führung bedeutet der positive Trend ein dickes Gehaltsplus.

Spitzenverdiener unter den zehn obersten VW-Führungskräften - einschließlich der ausgeschiedenen Christine Hohmann-Dennhardt - ist Vorstandschef Matthias Müller, der mehr als 10,1 Millionen Euro einstrich. Ein Jahr zuvor waren es 7,25 Millionen Euro. Nach dem alten Gehaltsmodell, in dem variable Boni noch ein stärkeres Gewicht hatten, hätte er über 13 Millionen Euro bekommen.

Merkel ließ erneut Zweifel an möglichen Umbauten an Motoren älterer Diesel erkennen, um den Schadstoff-Ausstoß zu senken. Es nütze nichts, „wenn wir dafür drei oder vier oder fünf Jahre brauchen, um das alles zu realisieren, und gleichzeitig nicht in die Zukunft investieren können. Wir müssen uns das jetzt sehr genau anschauen.“

Zur Machbarkeit solcher Hardware-Nachrüstungen werden auch noch Gutachten im Regierungsauftrag erwartet. Die Branche lehnt sie ab.

Angesichts zu schmutziger Luft in Städten mahnte Merkel eine entschlossenere Hinwendung der Autobranche zu neuen Antrieben an. Es komme jetzt darauf an, dass die gesamte deutsche Automobilindustrie die Zukunftsaufgaben meistere, sagte Merkel. Gemeinsam mit dem neuen Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wolle auch sie sich sehr stark für schnelle Weichenstellungen einbringen, „dass wir die Brücke in die Mobilität der Zukunft schlagen - auch noch intensiver, als wir das in der Vergangenheit gemacht haben“.

Viele betroffene Städte würden mit bereits laufenden Programmen in kurzer Zeit die Grenzwerte einhalten können, machte Merkel deutlich. Für andere wenige Städte müssten sicherlich „besonders spezifische Maßnahmen“ entwickelt werden. „Das wird die neue Bundesregierung als erstes mit in Angriff nehmen.“ Merkel bekräftigte das Ziel, vor allem flächendeckende Fahrverbote zu vermeiden.

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  • dpa
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24 Kommentare zu "Bundeskanzlerin: Merkel erstaunt über Vergütung von VW-Managern"

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  • Warum nimmt man nicht die fetten Gewinne und Boni und macht sich mal ehrlich. Entschädigt die hiesigen geprellten Autobesitzer. Das würde Vertrauen zurückgewinnen und den Konzern letztlich nicht umbringen.
    So wird leider nur vermittelt, dass man sich mit weiter so und stur stellen am Ende noch mehr Boni und Gehalt sichern kann. Schade VW!

  • Führungskompetenz der Ahnungslosen. Solches Personal ist auch schon bei BER und diversen anderen Milliardengräbern am Werk. Aber macht ruhig weiter so , der Michel merkt eh nichts mehr.

  • Bund über Niedersachsen sind im AR. Der AR beschließt die Vorstandsverträge. Also könnte man das wissen und vor allem man hat das mitbeschlossen.

  • Die Dame weiß nichts und redet nur Unsinn, der Dienstsitz dürfte in ein Altenheim verlagert werden.

  • Gerade bei VW müssen Politiker über gar nicht erstaunt sein - denn wer sitzt denn schließlich dort dick und fett im Aufsichtsrat und trägt die Scheiße immer schön brav mit?

  • Nee. Merkel ist "erstaunt".
    Inzwischen hat auch sie kapiert, Einkommen der normalen Wählern hat nichts mit "Wachstum" zu tun.
    Dass sie aber jetzt die astronomische Höhe mancher Managergehälter bemerkt, dass erstaunt jetzt mich. Diese Höhe hat doch schon seit ihrer ganzen Regierungszeit nichts mehr mit "Leistung" zu tun, sondern ist nur noch das Resultat unermesslicher Raffgier.
    So viel mehr Minuten Arbeitszeit hat doch kein Manager wie Arbeitsstunden der Mitarbeiter, dass das noch berechtigt wäre. Und angesprochen darüber und der Lösung nachgefragt, sagt Merkel, die zahlen doch weiterhin Soli-Zuschlag, die Mitarbeiter nicht. Das der Soli mit der (m.E. unberechtigten) Kirchensteuer vergleichbar ist, verliert Merkels Aufmerksamkeit.
    Na ja, sie ist ja mit den Manager zusammen, wenn sie die Welt erforscht. Dass sie aber nicht einmal diese ihre eigen Welt wahrnimmt (wahrnehmen WILLT) ist schon traurig. Besser wäre gewesen, sie lässt mal auch ander was machen. Nur das Make-Up der Regierung ändern bringt keine Volksnähe. Da muss schon was konkretes her...

  • ..."Es nütze nichts, „wenn wir dafür drei oder vier oder fünf Jahre brauchen, um das alles zu realisieren, und gleichzeitig nicht in die Zukunft investieren können. Wir müssen uns das jetzt sehr genau anschauen.“...
    und ...
    ..."Angesichts zu schmutziger Luft in Städten mahnte Merkel eine entschlossenere Hinwendung der Autobranche zu neuen Antrieben an. Es komme jetzt darauf an, dass die gesamte deutsche Automobilindustrie die Zukunftsaufgaben meistere, sagte Merkel. Gemeinsam mit dem neuen Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wolle auch sie sich sehr stark für schnelle Weichenstellungen einbringen, „dass wir die Brücke in die Mobilität der Zukunft schlagen - auch noch intensiver, als wir das in der Vergangenheit gemacht haben“...."

    Es geht weiter wie zuvor, Luftblasen...
    E-Mobilität setzt Stromgewinnung dafür ebenso voraus wie leistungsfähige Speicher und flächendeckende Versorgung. Die Bereiche zu Gewinnung und flächendeckender Versorgung haben mit der Automobilindustrie nur mittelbar zu tun. Die Gesamtumweltbilanz dafür und auch für E-KfZ an sich wäre gegenüber einem Diesel - mit ordnungsgemäßer Hardware, also Filteranlagen usw. - noch auf Jahre hinaus schlechter. Dazu - https://deutscherarbeitgeberverband.de/aktuelles/2016/2016_09_12_dav_aktuelles_elektro-auto.html; https://www.spektrum.de/news/wie-ist-die-umweltbilanz-von-elektroautos/1514423; https://www.energie-experten.ch/de/mobilitaet/mobilitaet/wie-stark-belastet-die-batterieherstellung-die-oekobilanz-von-elektroautos.html und http://www.ivl.se/download/18.5922281715bdaebede9559/1496046218976/C243+The+life+cycle+energy+consumption+and+CO2+emissions+from+lithium+ion+batteries+.pdf

  • Frau Merkel ist so über einiges erstaunt.
    Auch über .... Kandel ... Flensburg ... und die, die da noch folgen werden und vorher schon waren?

  • Eine Schande. Bei solchen Gehältern fällt selbst Frau Merkel unter die Armutsgrenze.

  • @Herr Esboern Schmidt
    Rot hat mir persönlich mal gesagt, die Deutschen seien reich, sie könnten sich die Flüchtlinge leisten....
    Jetzt weiß ich wen sie mit den Deutschen gemeint hat. Die Politiker!
    Merkel sagt ja auch sowas wie "Dann ist es nicht mehr mein Deutschland" - nun das bedeutet: Deutschland gehört ihr.... und vielleicht noch ihren Politikern - die uns täglich sagen, was wir zu denken haben!

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