Bundesnetzagentur: Im Stromnetz hat's gewackelt

Bundesnetzagentur
Im Stromnetz hat's gewackelt

In der zweiten Märzhälfte ist es im deutschen Stromnetz mehrmals zu schwierigen Situationen gekommen. Fast 40 mal mussten Netzbetreiber eingreifen. Die Stromproduktion aus Erneuerbaren stellt das Netz vor Probleme.
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BerlinDie Stabilität des deutschen Stromübertragungsnetzes war in der zweiten Märzhälfte mehrfach akut gefährdet. Im Netz sei zwischen dem 18. und dem 31. März „mehrmals zu angespannten Situationen“ gekommen, die Sicherheit des Übertragungsnetzes sei nicht jederzeit gewährleistet gewesen, heißt es im jüngsten „Kurzbericht zur Systemsicherheit“, der dem Handelsblatt vorliegt. Um eine „Gefährdung der Systemsicherheit“ zu vermeiden, hätten Netzbetreiber 38-mal massiv in den Netzbetrieb eingreifen müssen.

Ursache der Probleme sind die rasanten Steigerungsraten bei der Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen. In dem Bericht der Bundesnetzagentur heißt es, Ende März seien „mehrmals hohe Anstiege der Gesamteinspeisung aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen“ zu verzeichnen gewesen.

Am 24. März gab es sogar einen Rekord: An jenem Sonntag wurde mehr Wind- und Sonnenstrom eingespeist als jemals zuvor, schreibt die Netzagentur. An diesem Tag betrug der Spitzenwert der Einspeisung 32,9 Gigawatt. Der bisherige Höchstwert stammt aus dem vergangenen Jahr. Er betrug 31,6 Gigawatt.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

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  • @ Elektroingenieur

    s. Wikipedia unter "Atomkraftwerk":
    Ein Lastwechsel kann in einem Bereich von 30 % bis 100 % der Nennleistung im Normalbetrieb mit Geschwindigkeiten von etwa 2 bis 5 Prozent der Nennleistung pro Minute vorgenommen werden. Die Primärregelung der Leistung übernimmt die Frequenzregelung des Generators.

    Starke Laständerungen werden jedoch möglichst vermieden, denn über Dampfparameter bewirkt können sie zu lokaler Überhitzung von Brennelementen mit Materialversprödung oder Rissbildung führen, durch Steuerstäbe bewirkt führen sie zum ungleichmäßigen Abbrand der Brennelemente, was verschiedene Reaktorkernparameter verändern würde.

    Um damit einhergehende Risiken zu minimieren, müssten Wartungsintervalle verkürzt werden. Dies würde wiederum die Betriebskosten erhöhen.

  • @ Elektroingenieur:
    Daß AKWs sehr langsam an- und heruntergefahren werden können hab ich noch in Erinnerung als ich vor ca. 20 Jahren eine Vorlesung dazu genießen durfte.
    Daher wird dieser Kraftwerkstyp wohl als reines Grundlast-Kraftwerk bezeichnet und betrieben.
    Mag sein, daß sich das inzwischen verbessert hat ;-)
    Bisher waren für mich Gaskraftwerke die flexibelsten bzgl. Leistungsanpassung. Neuerdings wird uns in der Presse erklärt, dass sie im Zuge der Energiewende unwirtschaftlich geworden sind und ohne poitisches Entgegenkommen droht deren Stillegung :-))

  • Nur mal so aus Interesse: welcher Kraftwerktyp ist ihrer Meinung nach am flexibelsten, also am schnellsten regelbar?

    1. Braunkohlekraftwerk
    2. Kernkraftwerk
    3. GuD-Kraftwerk

    Die Antwort können Sie mit der Anfrage "Leistungsgradient $Typ" selbst auf Google suchen. Aber ich prophezeie mal, daß sie Ihnen nicht gefallen wird.

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