Bundesnetzagentur
Stromversorgung erreicht ihr Limit

Belastungsprobe für das deutsche Stromnetz: Die Abschaltung zahlreicher Atomkraftwerke droht die Leitungen zu überfordern, warnt die Netzagentur. RWE erwägt, die Regierung mit dem Neustart von Biblis herauszufordern.
  • 11

BerlinDas deutsche Stromnetz wird durch die Stilllegung von acht Atomkraftwerken bis an seine Belastungsgrenzen getrieben. „Wir haben derzeit eine Art Mangelverwaltung im Netz“, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, der Deutschen Presse-Agentur. Kraftwerke müssen viel häufiger hoch- und heruntergefahren werden, um das Netz stabil zu halten, sagte Kurth. Die Situation sei wegen der starken Schwankungen von Angebot und Nachfrage bei Strom so angespannt, dass zum Teil geplante Reparaturen verschoben werden.

RWE hält sich die Entscheidung offen, ob es seinen abgeschalteten Meiler Biblis B nächste Woche nach Ende des nach dem GAU von Fukushima verhängten Moratoriums wieder hochfährt. Rechtlich wäre das möglich, da frühestens Mitte Juli das Atomgesetz vorliegen wird, das die Stilllegung von Biblis B verfügt. „RWE wird seine Entscheidung in den kommenden Tagen verkünden“, sagte ein Sprecher der dpa in Berlin.

In Koalitionskreisen fürchtet man, RWE könnte die Konfrontation suchen und einen Neustart bei Biblis B vorbereiten, während Block A abgeschaltet bleibt. Die hessische Atomaufsicht und das Bundesumweltministerium hätten laut Juristen kaum eine Möglichkeit, einen solchen mehrwöchigen „Restbetrieb“ zu verhindern. Mit einem abgeschriebenen Kernkraftwerk lässt sich abzüglich der Atomsteuer mehr als eine halbe Million Euro täglich verdienen.

Nachdem aber Konkurrent Eon angekündigt hat, den politischen Mehrheitswillen zu akzeptieren und nach Auslaufen des Moratoriums in der kommenden Woche die Meiler Isar I und Unterweser nicht wieder anzufahren, hofft man, dass RWE diesem Beispiel folgen wird.

In der politischen Debatte warnte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) seine Partei, auf dem Sonderparteitag am 25. Juni den Atomausstieg bis 2022 abzulehnen. Die Vereinbarung der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei für die Grünen „ohne Frage ein epochaler Sieg“, sagte Kretschmann dem „Tagesspiegel am Sonntag“. Nun könne der Ausstieg unumkehrbar werden, weil fast alle mitmachen wollten.

Seite 1:

Stromversorgung erreicht ihr Limit

Seite 2:

Kommentare zu " Bundesnetzagentur: Stromversorgung erreicht ihr Limit"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • das hoffe ich sehr. Die Grünen haben schon viel zu lange unser Land vergiftet.
    Es sind Drecksäcke und gehören vom Hof gejagt
    Es ist die schlimmste Gruppierung, die es seit 45 gibt. Und einiges haben sie mit den Nationalsozialisten auch gemeinsam: gängeln, befehlen, diktieren und das Land zerstören.
    Wann ist das eigentlich für die Presse mal ein Thema? Diese Bande wirklich mal zu entlarven?

  • Wir alle sind doch jetzt in der einzigartigen Position, die Resultate der Hühnerhaufen-Koalition und der Öko-Chaoten in wenigen Monaten beurteilen zu können. Wir müssen diesmal nicht Jahre warten bis sich die Fehlentscheidungen zeigen. Diesmal sind sie alle noch da. Dann kann man ihnen mit vereinten Kräften immer noch den „Arsch aufreißen“. Also nur ruhig Blut.

  • wenn dann endlich das Licht aus geht und die Bude einfriert, sollten wir den Gruenen Chaoten den Arsch ueber beide Ohren aufreissen.
    Eines Tages werden diese Traeumer wie tolle Hunde durch die Strassen gejagt werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%