Bundesnetzagentur warnt Stromnetze „am Rand der Belastbarkeit“

Es hakt beim Netzausbau: Viele dringende Bauprojekte verzögern sich, die deutschen Stromnetze werden anfälliger. Das stellt die Bundesnetzagentur in ihrem Jahresbericht fest.
11 Kommentare
Monteure arbeiten an einem Hochspannungsmast. Quelle: dpa

Monteure arbeiten an einem Hochspannungsmast.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Stromnetze entwickeln sich zur Achillesferse der Energiewende. Das geht aus dem „Monitoringbericht 2011“ der Bundesnetzagentur hervor, der am Freitag veröffentlicht werden soll. In dem Bericht, der dem Handelsblatt vorliegt, heißt es, von 24 besonders eilbedürftigen Ausbauprojekten im Stromnetzbereich seien zwölf verzögert. Der Zeitverzug liege zwischen einem und vier Jahren.

Die Netzagentur bezieht sich auf Stromleitungen, die mit der Einführung des Energieleitungsausbaugesetzes (EnLAG) im August 2009 als vordringlich eingestuft wurden. Erst 214 Kilometer von insgesamt 1807 Kilometern, die in das EnLAG aufgenommen wurden, seien bislang fertig gestellt.

Aus Sicht der Netzagentur ist der Neubau der Leitungen dringend geboten. Die bestehenden Netze seien „durch die Vielzahl der in den letzten Jahren zu erfüllenden Transportaufgaben und die Veränderung der Erzeugungsstruktur am Rand der Belastbarkeit angekommen“, heißt es im Monitoringbericht weiter.

Der Bericht, den die Agentur im Einvernehmen mit dem Bundeskartellamt erstellt hat, dokumentiert, analysiert und bewertet die Entwicklungen in den verschiedenen Wertschöpfungsstufen im Strom- und Gasbereich.

Die Stilllegung der acht Kernkraftwerke nach der Atomkatastrophe von Fukushima sowie die Integration der erneuerbaren Energien stellten „besondere Anforderungen“ an die Netzbetreiber, heißt es in dem Bericht weiter. Der Ausbau der Netze sei das „Gebot der Stunde“. Die über das EnLAG hinaus geschaffenen Beschleunigungsmöglichkeiten beim Netzausbau müssten daher „rasch ausgeschöpft werden“.

Mit ihren Beschlüssen zur Energiewende hatte die Bundesregierung in diesem Sommer das Netzausbaubeschleunigungsgesetz und Änderungen des Energiewirtschaftsgesetzes auf den Weg gebracht. So sollen die Genehmigungsverfahren gebündelt und weiter gekürzt werden.

Startseite

Mehr zu: Bundesnetzagentur warnt - Stromnetze „am Rand der Belastbarkeit“

11 Kommentare zu "Bundesnetzagentur warnt: Stromnetze „am Rand der Belastbarkeit“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich denke, wir brauchen nicht bloß eine neue Partei; wir brauchen ein Umdenken, welche Leute eigentlich regieren sollten.

    Die sogenannten Berufspolitiker beweisen immer wieder, daß sie nicht können. Das hatte schon viel früher der leider kürzlich verstorbene Georg Kreisler festgestellt: http://www.youtube.com/watch?v=FWI8I-4ifVA

  • Damit ist endlich dann das Thema "Atomkraftwerke" in Deutschland Geschichte.
    -----------------------------------
    Wirklich ?
    http://www.rp-online.de/panorama/ausland/polen-plant-atomkraftwerk-an-der-ostsee-1.2616767

    Und das ca.300 km vor den Toren von Berlin

  • Ich stimme Ihnen zu, "verdienen" tun die Energieversorger die Milliarden nicht, aber kassiert haben sie sie.

  • Recht haben Sie mit der Aussage, aber Sie müssen bedenken, dass das bereits eingetriebene Entgelt nur zum Bruchteil für die Erhaltung und Erneuerung eingesetzt wurde.

  • Dann frisch ans Werk. 1.600 km neue Stromleitung muss doch machbar sein. Zackig Arbeiten und ferigmachen !!!

    Der Ausstieg aus der Atomkraft ist gut und richtig und schön, das wir dies in zehn Jahren dann endlich in Deutschland erreichen und dies nunmehr alle Parteien im Bundestag mittragen.

    Damit ist endlich dann das Thema "Atomkraftwerke" in Deutschland Geschichte.

  • Realist

    Ihre Dokumentation ist falsch .
    Die Öko-Chaoten u. Chaos-Grünen wollten den Atomausstieg
    u.nicht die Volksmasse .
    Merkel war bei dieser Aktion den Vorgenannten zuvor
    gekommen weil sie der Atomlobby Zusagen gegeben hatte .
    Merkel ist politisch umgefallen um ihre Machtpolitik zuretten .
    Eine Volksbefragung od. Volksbegehren gab es niemals .
    Das dumme Volk ist einfach von Merkel vor vollendete
    Tatsachen gestellt worden.
    Deutschland hat sowieso den teuersten Strom weltweit .

    Der Dummmichel soll jetzt die Zeche zahlen bis zur
    Pleite .
    --------------------------------------------------------

  • Willkommen in unserer Zeit. Leider haben Sie keine Ahnung von Stromnetzen, bzw. verstehen noch nicht, dass Stromnetz von Produktion und Vertrieb getrennt ist.

    Fakt ist, dass die Stromnetze staatlich reguliert werden und es so noch konfortabler ist. Der Staat kann über die Bundesnetzagentur die Richtung vorgeben ohne das Risiko des Betriebes einzugehen.

    Zudem verdienen die Betreiber von Stromnetzen keine Millarden.

    Und eine Verstaatlichung hilft auch nicht, wenn die Genehmigungsdauer für Infrastrukturprojekte mehrere Jahre dauern.

    Am Ende wollte die schreiende Mehrheit den Atomaustieg, dann müssen jetzt halt alle die Rechnung bezahlen. Selber schuld.

  • Ich lach mich schlapp, wenn wir demnächst mit Stromaufällen leben müssen
    Dieses ganze Theater da in Berlin kann man ohnehin nicht mehr ernst nehmen
    Wird Zeit für eine völlig neue Partei aus dem bürgerlichen Lager, die dieses linke Land aufräumt

  • Leider berücksichtigen sie bei ihrer aussage nicht, dass auch in der vergangenheit geld für das netz ausgegeben wurde und dass es neue anforderungen an das netz gibt. neue netzaufgaben hat bisher noch kein kunde bezahlt!

  • http://www.handelsblatt.com/roundup-regierung-schneller-atomausstieg-treibt-strompreis-in-die-hoehe/3970628.html

    Wer,wann zahlt wussten sie als sie gebrüllt haben "abschalten sofort"

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%