Bundespolizei
Gewerkschaft wirft Friedrich „Schmutzkampagne“ vor

Der Streit um die Entlassung der Bundespolizei-Führungsspitze eskaliert: Das Innenministerium wirft der Behörde vor, Rechnungen gefälscht zu haben. Die Retourkutsche der Gewerkschaft ließ nicht lange auf sich warten.
  • 10

München/BerlinPolizei-Gewerkschafter haben einen Medienbericht über manipulierte Abrechnungen der Bundespolizei als "Schmutzkampagne" des Bundesinnenministeriums zurückgewiesen. "Offensichtlich" solle so im Nachhinein die Entlassung der Führung der Bundespolizei gerechtfertigt werden, erklärte der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, am Sonntag in Berlin.

Nach einem am Wochenende veröffentlichten "Focus"-Bericht sollen sich Leibwächter der Bundespolizei im Ausland mit manipulierten Abrechnungen Überstunden und Geldleistungen erschlichen haben. Nach Einschätzung von Fachbeamten beläuft sich der Schaden auf eine Summe von mehreren hunderttausend Euro, wie das Magazin berichtete. Demnach soll der kürzlich von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) abgelöste Bundespolizei-Präsident Matthias Seeger von den Betrügereien gewusst haben.

Das Auswärtige Amt und das Bundesinnenministerium wiesen laut "Focus" die Leitung der Bundespolizei mehrmals auf die Missstände hin. Reaktionen seien jedoch ausgeblieben. Ein Sprecher der Bundespolizei sagte dem Magazin, dass es keine Hinweise auf Absprachen von Beamten gebe.

Polizei-Gewerkschafter Wendt reagierte mit massiver Kritik an Friedrich auf den Bericht. Diese habe "sein Ministerium nach wie vor nicht im Griff". Nun müsse Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit der "Schmutzkampagne gegen die Bundespolizei" Schluss machen.

Der Vorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft, Ernst G. Walter, erklärte zu dem "Focus"-Bericht: Jeder, der sich "nur ein bisschen" in der Materie auskenne, wisse, dass für die Bezahlung und Überstundenabrechnung der Leibwächter der Bundespolizei im Auslandseinsatz nicht diese Behörde, sondern das Auswärtige Amt zuständig sei.

Seite 1:

Gewerkschaft wirft Friedrich „Schmutzkampagne“ vor

Seite 2:

Vorwürfe „erstunken und erlogen“

Seite 3:

Friedrich hat auch beim BKA Probleme

Kommentare zu " Bundespolizei: Gewerkschaft wirft Friedrich „Schmutzkampagne“ vor"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Überstunden zu manipulieren heisst in dem Fall nach unten zu korrigieren. Man braucht ca. 500 Stunden um die Zeit zwischen 2 Einsätzen zu Überbrücken. Die meisten haben aber wesentlich meht Stunden. Also "verschenkt" man die rest - lichen Überstunden.

  • Die Beamten sollen sich mehrere 100Tsd € erschlichen haben. Das sind doch Peanuts gegen die Verschwendung der Politik fuer z.b. Prestigeobjektedie schon mal in die 100 Mio. gehen. Sie bei Herrn Beck. Das Land Rlp bleibt auf einen Kredit von 330 Mio sitzten fuer eine Renstrecke die keiner braucht.



  • Jetzt muss Fredrich Fakten liefern und dabei denken, dass ihm niemand bei heutiger "Beweislage" glaubt. Gefühlt bekommen wir eine Legende aufgetischt, dessen muss er sich bewusst sein.

    Es wäre gut, wenn er die Hosen herunterlässt und niederlegt. Sonst folgt er im Ansehen noch einem Schäuble.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%