Bundespräsident

Für Gabriel wäre Wulffs Rücktritt „verheerend“

Die SPD spricht sich eindeutig dafür aus, dass Bundespräsident Christian Wulff im Amt bleibt. Alles andere wäre laut Sigmar Gabriel „verheerend“. Dennoch geizt der SPD-Vorsitzende nicht mit Kritik an Wulff.
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Sigmar Gabriel kritisiert den Bundespräsidenten Wulff, lehnt seinen Rücktritt aber ab. Quelle: Reuters

Sigmar Gabriel kritisiert den Bundespräsidenten Wulff, lehnt seinen Rücktritt aber ab.

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BerlinDer SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat sich dafür ausgesprochen, den wegen eines umstrittenen Privatkredits in der Kritik stehenden Bundespräsidenten Christian Wulff im Amt zu halten. „Es wäre verheerend und nahe an einer echten Staatskrise, wenn innerhalb von zwei Jahren zum zweiten Mal ein Bundespräsident zurückträte“, sagte Gabriel der Zeitung „Die Welt“. „Rückhaltlose Aufklärung soll nicht zum Rücktritt, sondern zu einer Rückkehr in eine angemessene und glaubwürdige Amtsführung führen.“

Es müsse vor allem im niedersächsischen Landtag geklärt werden, ob Wulff sich als Ministerpräsident an Recht und Gesetz gehalten habe. Außerdem gehe es darum, ob Wulff der Öffentlichkeit die Wahrheit gesagt habe. Würden die offenen Fragen nicht beantwortet, wäre „der Schaden für das Amt des Bundespräsidenten und für das Vertrauen in die Politik enorm“.

Träger öffentlicher Ämter dürften auch Fehler machen, müssten aber „besonders klar, eindeutig und glaubwürdig“ damit umgehen, sagte Gabriel. „Taktisches Verhalten und Bauernopfer wie die Entlassung seines Pressesprechers sind fehl am Platz.“

Außerdem gehe es darum, ob Wulff der Öffentlichkeit die Wahrheit gesagt habe. Würden die offenen Fragen nicht beantwortet, wäre „der Schaden für das Amt des Bundespräsidenten und für das Vertrauen in die Politik enorm“, sagte Gabriel. Unklarheiten und Halbwahrheiten seien der Nährboden für Misstrauen und Verdächtigungen.

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61 Kommentare zu "Bundespräsident: Für Gabriel wäre Wulffs Rücktritt „verheerend“"

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  • Unsere Politiker sind in dieser Logik französische Marionetten. Erklärt einiges!

  • Spielt die Verfassung noch eine Rolle? Wie werten Sie denn den grandiosen Abstimmungsakt über die EU Verfassung?
    Nach der Ablehnung von F und NL hat man das Wort Verfassung gestrichen und etwas retuschiert - die Abstimmung der "BRD" war eh nicht vorgesehen.

    EU = mafiöse Kriminelle

  • Spielt die Verfassung noch eine Rolle? Wie werten Sie denn den grandiosen Abstimmungsakt über die EU Verfassung?
    Nach der Ablehnung von F und NL hat man das Wort Verfassung gestrichen und etwas retuschiert - die Abstimmung der "BRD" war eh nicht vorgesehen.

    EU = mafiöse Kriminelle

  • @G.N.: Die faktische Anarchie haben Sie hervorragend beschrieben - prinzipiell ist dieses gesamte Gebilde also ein rechtsfreier Raum. Die UDSSR existiert nicht mehr und haben wie GB und die USA keinen EUro. Somit haben wir diesen EUrowahn also den Franzosen zu verdanken. Die These kann stimmen, diese Pseudomacht hatte schon immer europäische Hegemonieansprüche und eine geniale Einnahmequelle ist es auch!

  • Gute Idee!

    Ich bin dabei!

  • Herr Gabriel sollte sich schaemen. Es riecht nach Schmiergeld. Deutschland braucht einen aufrechten Bundespraesidenten. Danach kann sich das Land leisten, wieder den Griechen Lehren erteilen. Jetzt nicht mehr !

  • Herr Gabriel sollte sich schaemen. Es riecht nach Schmiergeld. Deutschland braucht einen aufrechten Bundespraesidenten. Danach kann sich das Land leisten, wieder den Griechen Lehren erteilen. Jetzt nicht mehr !

  • Dem ist so - Zustimmung!

    Der moralische Wert ist völlig verkommen - die Ex-Lehrer und Konsorten nehmen das Ganze als Selbstbedienungsladen, wo sich nach Herzenslust bereichert wird. Soweit weg von Spanien / Italien/ Frankreich und Griechenland sind wir nicht - nur bei uns ist der finanzielle Schmerzlevel einfach höher, da mehr Cash im Umlauf ist.
    Das ganze korrupte Pack gehört geteert, gefedert und ohne Paß aus dem Land geworfen

  • Auch SPD muss sich im Zukunft auf heftige Führungskräfte-Personalfluktuationen einstellen.Die Korruption in Europa ist einfach nicht mehr aufzuhalten und finanzieren und da sind Politiker in erste Linie betroffen.

  • Herr Wulff hätte bei jeder Bank einen ganz normalen Kredit zu normalen Bedingungen bekommen. Aber er wollte es eben "günstig" und da er "gute" Freunde hat, hat er diesen "günstigen" Kredit auch bekommem ohne lästigen Grundschuld, bürokratischen Aufwand und dergleichen.
    Herr Wulff kommt aus kleinen Verhältnissen und diese Leute kaufen eben in übertragenem Sinn immer bei Aldi ein und nicht da, wo die Qualität etwas besser ist und die Sache geringfügig mehr kostet. Dafür muß er jetzt büßen und zurecht. Geiz ist eben nicht nur geil sondern auch schäbig.

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