Bundespräsident
Gauck fordert neue Formen des Engagements

Bürgerfest im Schlosspark: Bundespräsident Gauck sieht die Gesellschaft vor neuen Herausforderungen. Auch unbequeme Themen müssten offen diskutiert werden, mahnt er vor geladenen Ehrenamtlern.
  • 17

BerlinBundespräsident Joachim Gauck hat beim Bürgerfest im Park von Schloss Bellevue seinen Gästen für ihr ehrenamtliches Engagement in der Gesellschaft gedankt. Zugleich forderte er neue Formen der Beteiligung vor allem für junge Menschen und die Debatte auch über unbequeme Themen. Unter den 4000 geladenen Gästen am Amtssitz des Bundespräsidenten in Berlin waren am Samstagabend vor allem ehrenamtlich engagierte Bürger.

Am Sonntag stehen Schloss und Schlosspark allen Bürgern offen. Gerechnet wird dann mit mindestens 10 000 Gästen.

Gauck hob in seiner Begrüßungsansprache am Samstag die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements hervor und rief den Gästen zu: „Sie machen unser Land stark! Sie machen unser Land solidarisch! Sie machen unser Land zu einem Ort, an dem wir alle uns willkommen fühlen können.“ In Deutschland sollten die Menschen auch „als Verschiedene gemeinsam gut leben können, weil uns alle mehr miteinander vereint, als dass uns die vorhandenen Unterschiede trennen könnten“.

Der demografische Wandel konfrontiere Deutschland mit erheblichen Herausforderungen, sagte Gauck weiter. So stünden vor allem Seniorenheime und Hospize in den nächsten Jahrzehnten vor großen Aufgaben. Diesen Themen müsse sich die Gesellschaft stellen und dabei auch unbequeme Themen diskutieren. Junge Leute wünschten sich neue Formen der Beteiligung.

Zugleich mahnte Gauck zu Wachsamkeit vor extremistischen Strömungen. „Extremisten und Fanatiker verachten die Demokratie“, sagte er. Dagegen seien Bündnisse von Bürgern notwendig, die dem nicht tatenlos zusehen.

Gauck wollte mit dem Bürgerfest einen anderen Akzent setzen als frühere Präsidenten. Die Rolle von Sponsoren wurde zurückgeschraubt und auf Sachspenden beschränkt. Kultur und Unterhaltung bieten Orchester und Bands, die auf ihre Gage verzichten. Unter den geladenen Gästen am Samstag waren der Vizekanzler, Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), Kanzleramtsminister Ronald Pofalla und Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Durch das Programm führte der Fernsehmoderator Johannes B. Kerner.

Am Sonntag gehört eine Podiumsdiskussion des aktuellen Hausherren mit den Alt-Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker und Roman Herzog zum Programm. Auch Schloss Bellevue wird für alle Gäste für Rundgänge geöffnet. Zum Abschluss waren an beiden Abenden Konzerte im Schlosspark geplant.

Zu den Programmhöhepunkten gehörten Konzerte des Deutsch-Polnischen Jugendorchesters sowie Akrobatik- und Tanzshows mit jungen Nachwuchskünstlern. Am Sonntag treten zudem die Reggae-Band Jahcoustix sowie die Hamburger Rockband Station 17 im Schlosspark auf. Viele Darbietungen laden die jungen Gäste zum Zuschauen und Mitmachen ein. Im Theaterzelt tanzen Kinder für Kinder, die Kinderrockband „Radau!“ soll das junge Publikum unterhalten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bundespräsident: Gauck fordert neue Formen des Engagements"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Grundsätzlich begrüße ich die Aussagen von Herrn Gauck! Und grundsätzlich macht er einen besseren Job als sein unsäglicher Vorgänger!

    nur... wenn er es auch so meinen würde! Es gibt in diesem Land unzählige unangenehme Themen...

    nur seine Meinung dazu äußern - wenn sie nicht liberal oder links ist, darf man sie nicht!...

    Dabei will doch ein jeder nur Frieden, und wenn es möglich ist, ein sorgenfreies Leben...

    Leider habe ich das Gefühl, dass wie uns immer weiter davon wegbewegen...

    Geht es mir da alleine so... glaubt man den Medien habe ich das Gefühl ich bin ein panischer Mensch - höre ich allerdings (so gut wie alle) meiner Freunde und Bekannten denken die genauso wie ich....

    Komisch.. in den Statistiken findet sich keiner der besagten wieder..

  • Lieber Herr Gauck.
    Zu Ihrer Aussage," Extremisten und Fanatiker verachten die Demokratie " ist folgendes zu bemerken:
    Die Demokratie ist durch das Unwesen einer Frau Merkel in Deutschland abgeschafft worden.
    Unsere hoch bezahlten Parlamentarier werden als Stimmvieh mißbraucht, damit die Alleinherrscherin mit ihrer Kohorte einen Persilschein für ihre gegen die Interessen des Deutschen Volkes gerichteten Maßnahmen hat.
    Das größte Meisterstück dieser Frau ist die Abgabe der Finanzhoheit mittels des ESM an eine nicht vom Volk gewählte Verwaltungshoheit, die absolute Immunität besitzt.
    Es ist Zeit, daß Sie diese Machenschaften durchschauen und zunächst den ESM nicht unterschreiben, falls er von Karlsruhe durchgewinkt werden sollte. Ihre zweite Aufgabe ist darauf hinzuwirken, daß in Deutschland wieder echte demokratische Verhältnisse Einzug halten.
    Zur Zeit stinkt der Fisch vom Kopf !!!

  • Merkel sagte es doch selbst deutlichst: "wenn wir das so nicht mehr machen können, wird es wieder Krieg geben!" - Nun geht es um die "Rettung" einer Luftwährung, damit 60.000 EU-Jobs erhalten bleiben. Wenn Grexia wegfällt, fallen viele EU-Jobs in die Registratur oder weg. Detto andere Staaten. Deswegen die Euro-Hysterie!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%