Bundespräsident Gauck
Migranten sollen sich gesellschaftlich engagieren

In einer Rede vor Stipendiaten aus Zuwandererfamilien ermutigte der Bundespräsident junge Migranten zu gesellschaftlichem Engagement. Gauck will unter anderem mehr Lehrer mit ausländischen Wurzeln gewinnen.
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FrankfurtBundespräsident Joachim Gauck ermutigt junge Menschen mit Migrationshintergrund zu gesellschaftlichem Engagement. Gerade eine demokratische Gesellschaft sei auf jedes einzelne Mitglied angewiesen, sagte Gauck am Donnerstag in der Frankfurter Paulskirche zum zehnjährigen Bestehen eines Stipendienprogramms für engagierte Schüler aus Zuwandererfamilien. Eine demokratische, freiheitliche Grundlage sei keineswegs selbstverständlich und wolle immer wieder verteidigt und manchmal auch erkämpft sein.

Das zeige sich an manchen Erfolgen nationalistischer und fundamentalistischer Gruppen. „Wir müssen verteidigen was wir achten“, mahnte Gauck. Er sprach sich gegen Parallelgesellschaften aus. Und schon gar nicht könnten Gegenkulturen akzeptiert werden, wenn sie sich gegen die freiheitliche Grundordnung richteten.

Die Botschaft des Förderprogramms laute: „Wir glauben an Euch! Nicht nur als Fachkräfte von morgen, sondern als Bürger, Menschen an unserer Seite, hier in diesem, unserem Land“, sagte Gauck mit Blick auf das vor zehn Jahren von der Hertie-Stiftung gegründete START-Stipendienprogramm.

Der Bundespräsident bezeichnete die Stipendiaten als „lebende und wunderbar lebendige“ Beweise für ein gelungenes Miteinander. „Ich bin tief dankbar dafür.“ Auch dankte Gauck den jungen Zuhörern, weil sie in dem Programm nicht nur etwas bekämen, sondern ihrem Land auch etwas schenkten: „Ihre Träume, Ihre Kraft, Ihren Optimismus, Ihre Kenntnisse.“

Gauck ermutigte die jungen Menschen mit ausländischen Wurzeln, den Lehrerberuf zu ergreifen. „Es gibt so viele Schulen, die Unterstützung brauchen“, sagte der Bundespräsident. In Frankfurt habe beispielsweise fast die Hälfte aller Jugendlichen eine Zuwanderungsgeschichte. In einigen Jahren würden solche Biografien die Mehrheit sein. Die Lehrerzimmer seien darauf noch nicht ausreichend vorbereitet.

Der Bildungsbereich sei aber nur ein Beispiel von vielen, in dem junge Menschen mit Migrationserfahrung eine wichtige Rolle spielen könnten, betonte Gauck. „Für die Arbeitswelt in Zeiten der Globalisierung sind gerade Sie mit Ihren speziellen Lebensläufen gut gerüstet“, sagte er an die Stipdendiaten gerichtet.

Es war der erste Besuch des Bundespräsidenten Gauck in Hessen. Zum Auftakt trug er sich am Morgen in das Goldene Buch der Stadt Frankfurt am Main ein. Er sei gerne hier, auch wegen der Vielfalt, die gelebt werde. Die Paulskirche würdigte Gauck als einen Ort mutiger Träume, in dem die Freiheit beschworen worden sei.

Zu den rund 900 geladenen Gästen der Feier zählten neben aktuellen und ehemaligen Stipendiaten auch die hessische Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) und die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU).

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bundespräsident Gauck: Migranten sollen sich gesellschaftlich engagieren"

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  • "Die Freiheit der Deutschen steht auf dem Spiel" Das geschieht aber auch nur, weil der politische Arm aus Ankara bis ins deutsche Wohnzimmer reicht. Die AKPartei sendet mit eigenen Fernsehsender europaweit Propagandagut ins Nachbars Wohnzimmer und niemanden interessiert es! Die anderen Sender teilen unter sich den Rest, einige strahlen antisemitische Inhalte, andere vermitteln türkische Ansprüche auf fremde Territorien, andere verdrehen die Realitäten, andere diffamieren die ganze Welt der Ungläubigen. Niemand von den türkischen Einwanderer geht jedoch gegen diese Methoden juristisch vor.

    Wissen Sie auch warum? weil alles was aus der "Heimat" kommt, nur wahr sein kann. So werden ganze Generationen staatlich kontrolliert und ruhig gehalten. Eigentlich nur im Inland, nun wo anders müssen es dann diese sogenannten Parallelwelten sein. Diese gelten de Jure schon zur Türkei, da von Türken bewohnt. Ergo müssen bald die Einheimische mit diesen Parallelwelten eine friedliche Übereinkunft treffen, so würden die Neuen zunächst mal mit einem Machtverhältniss von 60:40 zufrieden sein.

    Erinnern Sie sich an die Sache mit Zypern? So in etwa lief es dort auch ab. Nicht unsere Mitmenschen sind die Verursacher, es sind die böswilligen Ideen die ihnen staatlich aus einer Entfernung von 3500km eingeflossen werden.

    @ Gauck: Nehmen Sie sich paar neutrale Übersetzer und lassen sich die Botschaften des türkischen Fernsehens nach einem halben Jahr erklären.

  • Silvercoin82
    doch man weiß, wie Wulff zum ESM stand und genau deswegen mußte er gehen.
    Nach seiner Lindauer Rede wußten unsere ganzen Volksverräter in Berlin, dass Wulff den ESM nicht unterschreiben würde

  • Ja der Herr Gauck. Er scheint so ganz der Präsident der Grünen Multi-Kulti-Liebhaber zu sein.
    Er scheint es auch noch in Ordnung zu finden, dass es in manchen Schulen mehr Migranten gibt als Deutsche.
    Dass die deutschen Kinder sich da wie Fremde vorkommen, sagt er nicht.
    Und dass die Migranten, auch mit Studium, keineswegs sich in unsere Gesellschaft einordnen, kann er doch bestens sehen. Er muß nur mal die Berliner SPD ansehen, wo mehr und mehr Muslimas, zwar mit Studium, aber mit Kopftuch die Macht übernehmen.
    Das sind nur Pseudo-Integrierte, in letzter Kosnequenz stellen sie sich immer hin und sagen "ich bin Türkin"
    Entweder seine Rede war mal wieder mit dem Kanzleramt abgestimmt, oder auch Gauck hat eine rosa Brille auf.
    Die Freiheit der Deutschen steht auf dem Spiel, sieht er das nicht? Er hält doch so viel von Freiheit
    Die Absage, nicht in die Ukraine zu fahren, war ja mit der Regierung abgestimmt, wie man lesen konnte
    Also ist das Präsidialamt tatsächlich nur noch ein erweitertes Vorzimmer vom Kanzleramt?
    Deswegen auch seine Zustimmung zum ESM, damit ist dann die Freiheit Deutschlands ohnehin weg

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