Bundespräsident Großer Zapfenstreich für Joachim Gauck

Nach fünf Jahren im Amt ist Bundespräsident Joachim Gauck mit einem Großen Zapfenstreich feierlich verabschiedet worden. Bei der militärischen Zeremonie waren auch einige Minister der Regierungskoalition dabei.
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Großer Zapfenstreich der Bundeswehr am Schloss Bellevue in Berlin: Nach fünf Jahren Amtszeit wird Joachim Gauck feierlich verabschiedet. Quelle: dpa
Verabschiedung von Bundespräsident Joachim Gauck

Großer Zapfenstreich der Bundeswehr am Schloss Bellevue in Berlin: Nach fünf Jahren Amtszeit wird Joachim Gauck feierlich verabschiedet.

(Foto: dpa)

BerlinNach fünf Jahren im Amt ist Bundespräsident Joachim Gauck mit einem Großen Zapfenstreich der Bundeswehr feierlich verabschiedet worden. Bei der militärischen Zeremonie im Park von Schloss Bellevue waren am Freitagabend mehrere Kabinettsmitglieder sowie Vertreter anderer Staatsorgane dabei. Kanzlerin Angela Merkel fehlte, weil sie in Washington US-Präsident Donald Trump besuchte. Insgesamt waren 600 Gäste geladen.

Zum Zapfenstreich hatte Gauck, wie es Tradition ist, drei Musikstücke persönlich ausgewählt. Neben dem DDR-Hit „Über sieben Brücken musst du gehn“ der Band Karat standen das Volkslied „Freiheit, die ich meine“ und das Kirchenlied „Ein feste Burg ist unser Gott“ auf dem Programm des Musikkorps. Der Große Zapfenstreich ist das höchste militärische Zeremoniell der Bundesrepublik. Seine Anfänge gehen bis ins 16. Jahrhundert zurück.

Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) würdigte die Verdienste des scheidenden Bundespräsidenten Gauck. „Er hat es wie nur wenige andere geschafft, das Amt des Bundespräsidenten zu leben und dieses Land zu verkörpern - nach innen wie nach außen“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag). Es mache ihn stolz, dass 2012 SPD und Grüne Gauck vorgeschlagen und gegen den anfänglichen Widerstand von CDU/CSU durchgesetzt hätten, sagte Gabriel weiter.

„Bis hierher und nicht weiter!“
„Liebe Leute, Ihr wisst es doch genau: Ihr habt keinen Heilsbringer oder keinen Heiligen oder keinen Engel, Ihr habt einen Menschen aus der Mitte der Bevölkerung als Bundespräsidenten.“
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Joachim Gauck nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten am 18. März 2012.

„Euer Hass ist unser Ansporn.“
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Gauck am 23. März 2012 nach seiner Vereidigung im Bundestag über Rechtsextremisten.

„Gerade weil wir Deutsche uns der Last und der Schuld der Geschichte gestellt haben, gilt für uns, gilt auch für mich: Wir feiern gemeinsam mit allen die Befreiung vom nationalsozialistischen Joch.“
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Gauck am 5. Mai 2012 beim Festakt zur Befreiung der Niederlande von der Naziherrschaft in Breda.

„Vergiss nicht, niemals, und steh’ zu dem Land, das hier derer gedenkt, die nicht leben durften.“
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Eintrag von Gauck in das Gästebuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem.

„Dass es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für unsere glücksüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen.“
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Gauck am 12. Juni 2012 in der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg zu Auslandseinsätzen.

„Dass in der Mitte unseres Volkes ausgerechnet rechtsradikale Überzeugungen wieder Gehör finden – das finde ich so eklig. Wir brauchen da Bürger, die auf die Straße gehen, die den Spinnern ihre Grenzen aufweisen und die sagen: bis hierher und nicht weiter!“
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Gauck bei einer Diskussion mit Berliner Schülern am 29. August 2013.

„Für manche ist schon die Notwendigkeit, das eigene Leben frei zu gestalten, mehr Zumutung als Glück.“
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Gauck am 16. Januar 2014 beim 60. Jubiläum des Walter Eucken Instituts.

Am Freitag fand auch Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch lobende Worte. Im rbb-„Inforadio“ sagte Bartsch, Gauck habe eine solide Amtszeit hingelegt. „Er hat dem Amt Würde zurückgegeben, das muss man sagen.“ In der Auseinandersetzung mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sei Gauck mutiger als die Bundesregierung gewesen. Allerdings hätte man sich gewünscht, dass der frühere DDR-Pastor das Zusammenwachsen von Ost- und Westdeutschland mehr gefördert hätte.

Die Mitarbeiter im Präsidialamt verabschiedeten Gauck bereits am Donnerstagabend. Als Geschenk erhielt er ein Apfelbäumchen der neuen Sorte „Joachim Gauck“. Der Apfel wird als knallrot, fest und süß beschrieben. Der Baum soll im Garten von Gaucks Ferienhaus an der Ostsee wachsen. First Lady Daniela Schadt bekam als Geschenk eine Patenschaft für einen Nebelparder, eine aus Indonesien stammende Großkatze, die im Berliner Zoo lebt.

Gauck scheidet offiziell am Samstag aus dem Amt. Am Sonntag übernimmt Frank-Walter Steinmeier (61) die Geschäfte. Er wird am Mittwoch vereidigt. Der frühere Außenminister ist der 12. Präsident der Bundesrepublik Deutschland. Gauck (77) hatte auf eine zweite Amtszeit verzichtet.

  • dpa
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