Bundespräsident
Neue Vorwürfe gegen Wulff - „VIP-Vertrag“ von Autohändler

In der Affäre um Bundespräsident Wulff ist kein baldiges Ende in Sicht. Ganz im Gegenteil. Wegen eines neuen Autos für seine Frau zeichnet sich neues Ungemach für das Staatsoberhaupt ab.
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BerlinIn der Affäre um Bundespräsident Christian Wulff sind neue Vorwürfe über Sonderkonditionen von befreundeten Geschäftsleuten laut geworden. Sie wurden von Wulffs Anwälten umgehend dementiert. Es geht um ein Auto für seine Frau Bettina und ein Geschenk für den gemeinsamen Sohn.

Unterdessen berichtet die „Bild“-Zeitung, der Bundespräsident habe einen geplanten Besuch auf dem Weltwirtschaftsforum Ende Januar in Davos abgesagt. Das Präsidialamt habe dafür „terminliche Gründe“ angeführt. Laut „Bild“ wollte Wulff am Eröffnungstag des hochkarätig besetzten Treffens unter anderem mit Spitzenvertretern deutscher Industrieunternehmen zusammentreffen.

In Hannover befasst sich heute der Landtag mit der vor sechs Wochen bekanntgewordenen Kreditaffäre des Bundespräsidenten. SPD und Grüne wollen die Hintergründe des 500 000-Euro-Darlehens beleuchten, das Wulff 2008 in seiner Zeit als Ministerpräsident bei einer befreundeten Unternehmergattin aufgenommen hatte. Die Staatsanwaltschaft in Stuttgart will eventuell bekanntgeben, ob sie wegen des umstrittenen Anschluss-Kredits der BW-Bank an Wulff Ermittlungen einleitet.

Nach einem Bericht der „Berliner Zeitung“ (Mittwoch) soll die Frau des Bundespräsidenten Ende Dezember - also nach dem Bekanntwerden der Kreditaffäre - für einen Audi Q 3 von einem Berliner Autohaus „einen VIP-Vertrag mit sehr günstigen Leasing-Konditionen“ bekommen haben.

Wulffs Anwalt Gernot Lehr bestreitet dies. Es habe keinen „Prominentenrabatt“ gegeben. Der von Frau Wulff bestellte Q 3 werde erst Mitte dieses Jahres ausgeliefert. Deshalb habe Audi ihr am 22. Dezember „einen Wagen gleichen Fahrzeugtyps gegen Zahlung einer monatlichen Pauschale aus dem eigenen Fahrzeugpark zur Verfügung gestellt“. Der Bundespräsident habe den Autohändler „ausdrücklich“ aufgefordert, „den ganz normalen Tarif“ zu nehmen, und keine „Sonderbehandlung“ gewünscht, sagte Lehr der Nachrichtenagentur dpa.

Für die Anmietung zahle Frau Wulff monatlich 850 Euro. Laut „Berliner Zeitung“ sollen als monatliche Ratenzahlungen „1,2 Prozent der unverbindlichen Preisempfehlung“ vereinbart worden sein. Üblich seien 1,5 Prozent. Je nach Motor koste das Fahrzeug zwischen 31 000 und 36 000 Euro.

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  • Wenn ein bestelltes Auto erst mit Verspätung ausgeliefert wird, ist es doch normal, daß das Autohaus auf den Kunden zugeht, um ihn für diese Zeit zu vertrösten. Daß dann eine andere ("Entschuldigungs-")Leasingrate gelten muß als wenn ein Kunde ganz normal sein Auto least, ist doch logisch. Im übrigen finde ich ein 35.000 €-Auto für eine Präsiden-tengattin etwas zu bescheiden. Da hat doch Deutschland Besseres zu bieten!

  • Auch wenn hier einige Kommentatoren die "Bobby-Car/Q3"-Sache als Erbsenzählerei abtun, sollten sie sich bitte vergegenwärtigen, daß jeder öffenlich Bedienstete darauf VEREIDIGT wird, KEINE Geschenke anzunehmen. Darüber hinaus muß jede anlaßbezogene Zuwendung (der Schoko-Weihnachtsmann am Nikolaus, der Adventskalender etc.) über 10 EUR dem Vorgesetzten gemeldet werden.
    Und für den Minister-/Bundespräsidenten gilt das alles nicht? Leben wir in einer Monachie? Oder in einer Anarchie...

  • Jetzt wird es aber wirklich die reine Hetzjagd. Für einen Q3 850€ pro Monat ist keine Vorteilsnahme mit erwarteter Gegenleistung sondern eine reine Medienkampagne. Sicher hat Herr Wulff deutliche Fehler gemacht, aber wenn es so weiter geht, kann er demnächst im Supermarkt kein Sonderangebot mehr annehmen sondern muss freiwillig den normalen Preis zahlen.

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