Bundespräsident: SPD-Politiker halten Wulffs Erklärung für unzureichend

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SPD-Politiker halten Wulffs Erklärung für unzureichend

Bundespräsident Wulff hatte in seinem Fernseh-Interview Fehler im Umgang mit der Presse eingestanden, aber einen Rücktritt ausgeschlossen. SPD-Politiker reagieren mit Kopfschütteln.
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DüsseldorfPolitiker der SPD haben mit scharfer Kritik auf die jüngsten Erklärungen von Bundespräsident Christian Wulff in einem Fernsehinterview reagiert. „Es ist schade, dass Christian Wulff wieder die Chance vertan hat, für Orientierung zu sorgen“, sagte der Vorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein, Ralf Stegner, Handelsblatt Online. „Er wird es sehr schwer haben, die für das Amt des Bundespräsidenten erforderliche Autorität und Integrität wieder zu erlangen.“ Das sei schlecht für unser Gemeinwesen und parteipolitischen Nutzen werde davon niemand haben. Eigentlich sei der Bundespräsident für die Grundsatzfragen zuständig und von ihm erwarteten die Bürger Umsicht, Urteilskraft und Orientierung. Doch schon die letzten Wochen hätten gezeigt, „dass unser Staatsoberhaupt in eigener Sache diese Orientierung völlig verloren hat“, so Stegner.

Wulff hatte in seinem Fernseh-Interview bei Fehler im Umgang mit der Presse eingestanden, einen Rücktritt aber ausgeschlossen. Wulff bekräftigte in dem Gespräch mit ARD und ZDF, er habe nichts Unrechtes getan. Der Anruf bei "Bild"-Chefredakteur Diekmann allerdings sei ein schwerer Fehler gewesen, der ihm leid tue und für den er sich entschuldige. Wulff hatte telefonisch versucht, einen ersten Bericht über seine Hausfinanzierung zu verhindern.

Dazu erklärte der Bundespräsident, es sei ihm darum gegangen, den Artikel um einen Tag zu verschieben. Dieser Darstellung widersprach der Politik-Chef der "Bild"-Zeitung, Nikolaus Blome. Ziel des Anrufs sei es gewesen, die Berichterstattung zu unterbinden, sagte Blome im Deutschlandfunk.

Während sich CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe und die Chefin der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, zufrieden über die Erläuterungen Wulffs zeigten und Respekt einforderten, reagierte die Opposition mit Kopfschütteln.

Der SPD-Innenpolitiker und Mitglied im Vorstand der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Edathy, zeigte sich überzeugt, dass das TV-Interview des Bundespräsidenten die Debatte über sein Verhalten nicht beenden werde. „Viele Fragen bleiben leider offen“, sagte Edathy Handelsblatt Online. So bleibe ungeklärt, ob Wulffs Anruf bei der "Bild"-Zeitung tatsächlich nur die Verschiebung der Veröffentlichung bezweckt habe und nicht ihre Verhinderung. „Wenn es um eine reine Verschiebung ging, warum drohte Wulff dann mit rechtlichen Schritten?“, fragte Edathy.

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  • Kein Rücktritt. SEHR GUT. Ja genau, richtig gehört. Der Mann hat schließlich noch ein Gesetz zu unterzeichnen, bzw. hoffentlich nicht zu unterzeichnen. Nach seiner "Lindauer Rede", besteht doch zumindest ein wenig Hoffnung, daß dieser Irrsinn ein Ende findet. Da hat sich unsere Bundesmutti wohl ein wenig verrechnet. Braver Schiegersohn und Ja-sager????? Vielleicht hat er sich mal das GG genauer angeschaut, oder Ihm ist bewußt geworden, was dieser dauerhafte Rettungschrim tatsächlich f. Dt. bedeutet. So ist er eine Gefahr für Frau Bundesmutti geworden.
    Ohne Konsequenzen werden in Deutschland Gesetzte gekauft, (Pharmaindsustrie. Mövenpick, u.s.w. ) Steuerschlupflöcher für Wohlhabende, unser Finanzminister lügt am laufenden Band, schleudert die MRD. nur so heraus und war selbst Schwarzgeldkofferträger. Steuerverschwendung und Korruption wo man hinschaut.

    Und nun zu Herrn Wulff. Der Mann hat Freunde, schön für Ihn. Darf man sich nicht von Freunden in den Urlaub einladen lassen, wenn man knapp bei Kasse ist. Hat Herr Wulff seinen Freunden eine Gegenleistung zukommen lassen? Ich habe davon noch nichts gehört. Darf man sich von Freunden kein Geld leihen? Schwachsinn.
    Als Bundespräsident ist man doch recht kreditwürdig. Da fällt der Zinssatz eben günstig aus, weil man ja ein hohe Bonität mitbringt.
    Jeder Politiker hat in irgenteiner Form eine Leiche im Keller. So wenig, wie ich Herrn Wulff mag. Der Mann wird systematisch fertig gemacht, weil er eine Gefahr für Frau Merkel darstellt. Wenn man ihn nicht über die Kreditverträge oder sein saudummes Verhalten gegenüber der Presse zur Strecke bringt, dann wird uns demnächst die Vergangenheit seiner Frau aufgetischt. Ob Herr Wulff eine Frau hat, die vielleicht eine etwas schlüpfrige Vergangenheit hat, ist ebenfalls seine Sache. Der Mann kann einem fast schon leid tun.

    ALS NICHT CDU-WÄHLER, KANN ICH NUR SAGEN. HALTEN SIE DURCH, HERR WULFF. NEHMEN SIE DIE MACHT WAHR, DIE DAS GG IHNEN GIBT.

  • Klasse Theaterstück dabei geht es gar nicht um Wulff es geht um die CDU die Gauck verhindert hat. Das ist ebenso wenn das Volk nicht wählen darf oder sehe ich das falsch

  • Kein Rücktritt!?Typisch Wulffosconi,aber genau wie bei Guttenberg,wird er am Ende genau diesen Audgang wählen.Merkel wird in den nächsten Wochen entscheiden ob er Guttenberg 2.0 ist und falls ja,wird sie ihm fallen lassen.

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