Bundespräsidenten-Wahl
CDU macht sich Kandidaten Gauck zu eigen

Die CDU-Spitze hat ihre einmütige Unterstützung für Joachim Gauck als Kandidat für die Bundespräsidenten-Wahl bekundet. Gauck stellt der Parteispitze bereits in einem Gespräch seine Themen vor.
  • 0

BerlinDie CDU-Spitze hat dem designierten Bundespräsidenten Joachim Gauck nach einem Gespräch in Berlin ihre klare Unterstützung bekundet. Gauck habe in einem intensiven Meinungsaustausch „eindrucksvoll die Akzente beschrieben, die er im Falle seiner Wahl setzen möchte“, sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe am Montag vor Journalisten. „Wir sind überzeugt, dass er ein sehr guter Bundespräsident wird, der unser Land in nicht einfacher Zeit mit großer Zustimmung in der Bevölkerung nach innen und außen vertreten wird.“

Auf große Zustimmung in der CDU-Spitze stieß nach Gröhes Angaben Gaucks zentrales Motiv des „Zusammenhalts von Freiheit und Verantwortung“ und seiner Wertschätzung des bürgerlichen Engagements. Was die Sorgen vieler Bürger etwa bezüglich technologischer Entwicklungen angehe, so verstehe sich der 72-Jährige als „Ermutiger“, mit „übertriebenen Ängsten“ rational umzugehen, sagte Gröhe. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) sagte nach der Präsidiumssitzung, sie freue sich sehr auf Gauck als Bundespräsidenten.

Der Streit mit der FDP um die Nominierung Gaucks in der vergangenen Woche spielte nach Angaben Gröhes bei den Gesprächen keine Rolle. Gröhe bezeichnete es als wenig sinnvoll, „im Einzelnen nochmal Verhaltensweisen einzelner Beteiligter nachzutragen“. Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung sagte nach dem Treffen, er habe den Eindruck, dass Gauck „auch die letzten Zweifler bei uns überzeugt hat“. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe noch einmal deutlich gemacht, Gauck „ist jetzt unser Kandidat“.

Bei den koalitionsinternen Beratungen über einen Kandidaten für die Nachfolge des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff hatte Merkel sich erst für Gauck ausgesprochen, als die FDP ihn überraschend unterstützte. Das Verhalten der Liberalen und ihres Vorsitzenden Philipp Rösler sorgte in der Union für erheblichen Unmut: Merkel erfuhr von der Entscheidung über Medienberichte, noch bevor Rösler sie ihr mitteilte.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bundespräsidenten-Wahl: CDU macht sich Kandidaten Gauck zu eigen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%