Bundespräsidentenamt
Thierse fordert SPD-Kandidaten

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat sich für einen eigenen Kandidaten seiner Partei für das Bundespräsidentenamt ausgesprochen. Eine klare Mehrheit der Bürger spricht sich indes für eine zweite Amtszeit von Horst Köhler aus.

HB BERLIN. „Natürlich steht es einer großen Volkspartei zu, einen eigenen Kandidaten oder eine eigene Kandidatin für das höchste Amt im Staate zu nominieren. Die Entscheidung darüber ist eine politische, sie hängt nicht nur von den Stimmenverhältnissen in der Bundesversammlung ab“, sagte Thierse der Zeitung „Die Welt“.

Thierse verwies auf die Bundesversammlungen der Vergangenheit, in denen es „immer wieder die Wahl zwischen mehreren Kandidaten gegeben“ habe. „Die Aufstellung eines eigenen Kandidaten der Sozialdemokratie wäre insofern nichts Neues“, sagte er.

Nach einer Umfrage des Instituts Infratest dimap für das ARD-„Morgenmagazin“ würden 66 Prozent Köhler den Vorzug vor der möglichen SPD-Kandidatin Gesine Schwan geben.

Die Präsidentin der Viadrina-Universität Frankfurt (Oder), die bereits vor vier Jahren Köhlers Gegenkandidatin gewesen war, kommt nur auf 18 Prozent. Mehrere SPD-Politiker hatten ihrer Partei eine Nominierung Schwans empfohlen. Auch bei den Grünen gibt es für sie Sympathien.

Dem ARD-„Deutschlandtrend“ zufolge hält es eine Mehrheit für richtig, den Bundespräsidenten direkt vom Volk wählen zu lassen. Entsprechend äußerten sich 58 Prozent der 1000 Befragten. 38 Prozent lehnten dies ab.

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