Bundespräsidentenwahl
Auch Linke erwägt eigene Kandidatin gegen Köhler

Die Linkspartei wird möglicherweise eine eigene Kandidatin für die Bundespräsidentenwahl in einem Jahr aufstellen. Die stellvertretende Vorsitzende der Linken Kipping kündigte an, ihre Partei werde erst nach der Landtagswahl in Bayern darüber diskutieren. Doch es gibt auch noch eine andere Variante.

HB BERLIN. Die stellvertretende Linke-Vorsitzende Katja Kipping hält es für möglich, dass ihre Partei mit einer eigenen Kandidatin bei der Bundespräsidentenwahl in einem Jahr antritt. Sie könne sich eine Kandidatin vorstellen, „die womöglich die Öffentlichkeit nutzt, um auf die sozialen Probleme in diesem Land hinzuweisen“, sagte Kipping am Freitag im rbb-Inforadio. Diese Kandidatin müsse aber nicht unbedingt Mitglied der Linken sein.

Eine andere Variante ist, dass die Linke eine Kandidatur von Gesine Schwan unterstützen könnte, die möglicherweise von der SPD ins Rennen geschickt werden wird. Die Nominierumg Schwans steht offiziell noch nicht fest, nach den Worten des Parteivorsitzenden Kurt Beck soll es aber eine Sozialdemokratin sein.

Die 65-jährige Politikwissenschaftlerin Schwan ist seit 1999 Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Sie war 2004 bei der Bundespräsidentenwahl dem heute ebenfalls 65 Jahre alten Köhler knapp unterlegen.

Die nächste Bundesversammlung kommt am 23. Mai 2009 im Reichstagsgebäude zusammen, um ein neues Staatsoberhaupt zu wählen. Bundespräsident Horst Köhler hatte am Donnerstag erklärt, sich um eine zweite Amtszeit bewerben zu wollen.

In der großen Koalition knirscht es aufgrund der Kandidaten-Debatte zurzeit gewaltig. Die CDU warnte die SPD eindringlich davor, Schwan tatsächlich aufzustellen. Wenn die SPD sich dazu entscheide, setze sie automatisch auf die Stimmen der Linkspartei, sagte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla. Dies wäre aber ein erneuter „Wortbruch“ des SPD-Vorsitzenden Kurt Beck, weil dieser versprochen habe, dass die Sozialdemokratie mit der Linkspartei auf Bundesebene keine Bündnisse schließen werde.

Im Kampf um das Amt des Bundespräsidenten hat die Wirtschaft indes klar Position bezogen. Sie stellt sich die Wirtschaft klar auf die Seite von Horst Köhler. „Persönlich schätze ich Bundespräsident Horst Köhler sehr, und ich finde es gut, dass er für eine weitere Amtszeit zur Verfügung steht“, sagte etwa DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun dem » Handelsblatt.

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