Bundespräsidentenwahl
Ex-Tatort-Kommissar tritt gegen Köhler an

Der Schauspieler Peter Sodann wird bei der´Bundespräsidentenwahl im kommenden Jahr für die Linke gegen Amtsinhaber Horst Köhler antreten. Die Bundestagsfraktion der Linken stimmte dem Vorhaben am Dienstag zu. Damit verschlechtern sich die Chancen für die SPD-Kandidatin.

HB BERLIN. „Mein Herz hat immer links geschlagen“, sagte der 72- jährige Schauspieler nach der Nominierung. Er wolle mithelfen, langfristig die Utopie einer gerechteren und friedlichen Welt zu verwirklichen. Der Linken-Fraktionsvorsitzende Oskar Lafontaine sagte, Sodann wäre „in mehrfacher Hinsicht ein guter Repräsentant Deutschlands“. Der Co-Vorsitzende Gregor Gysi betonte, der Schauspieler sei in der DDR verfolgt worden: „Er ist ein rebellischer Geist - das war er und das blieb er.“ Als Bundespräsident würde er für „eine gerechte Vereinigung“ von Ost- und Westdeutschland stehen. Parteichef Lothar Bisky attestierte Sodann einen „aufrechten Gang“.

Die Nominierung des 72-jährigen ostdeutschen Schauspielers, der vielen als Tatort-Kommissar Ehrlicher bekannt ist, war erwartet worden. Der gebürtige Sachse und frühere Theaterdirektor tritt damit am 23. Mai gegen Amtsinhaber Horst Köhler und SPD-Kandidatin Gesine Schwan an. Allerdings gilt Sodann als chancenlos.

Eine knappe Mehrheit für Köhler in der Bundesversammlung scheint sicher. Mit der Nominierung Sodanns verschlechtern sich die Chancen für SPD-Kandidatin Schwan, die auf Stimmen der Linken angewiesen ist.Ob die Linken Sodann bei einem zweiten oder dritten Wahlgang zugunsten Schwans zurückziehen, ist dem Vernehmen nach noch nicht ausgemacht. In den ersten beiden Wahlgängen ist die absolute Mehrheit erforderlich, im dritten reicht die relative Mehrheit.

Der Schauspieler wollte bereits 2005 für die damalige PDS zur Bundestagswahl kandidieren, zog aber zurück, da er sonst die Rolle des TV-Kommissars hätte aufgeben müssen. Vergangenes Jahr wurde dann die 45. und letzte Folge mit Sodann ausgestrahlt. Bekannt ist Sodann auch als Theaterregisseur und -intendant.

Laut „Spiegel online“ hat die Linke auf der Suche nach einer weiblichen Kandidatin Gespräche mit mehreren prominenten Frauen geführt. Die evangelische Landesbischöfin Margot Käßmann wies allerdings zurück, dass mit ihr gesprochen worden sei. 1999 war die Theologin Uta Ranke-Heinemann für die PDS bei der Bundespräsidentenwahl angetreten.

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